Hendrik Auf'mkolk42,195 km Marathon

California Running

Seit fast zwei Wochen bin ich jetzt in der Bay Area und immer noch freue ich mich jeden Tag über die traumhafte Umgebung. Die Trainingsbedingungen hier kann man nur als optimal beschreiben: Ideales Klima (trocken und sonnig, aber nicht zu heiß), abwechslungsreiche Strecken (von flachen Trails an der Bay bis zu anspruchsvollen Steilpassagen mit Panoramablick im Landesinneren) und olympiataugliche Sportanlagen auf dem Campus. Mit dem Stanford Running Club habe ich zudem eine tolle Trainingsgruppe gefunden.

Freitag Abend stand dann der Palo Alto Moonlight Run an, mein erster Wettkampf in diesem Jahr und ein guter Formtest nach der langen Auszeit. Die 10 km Strecke führte bei Vollmond durch das Marschland direkt an der Bay entlang. Ich startete ziemlich schnell und musste dann etwas Tempo rausnehmen, auch weil die Strecke im mittleren Abschnitt auf sandigen Wegen verlief und im Dunklen nicht besonders viel Orientierung bot. Aber natürlich fehlt mir momentan auch noch die Tempohärte um in die Nähe meiner Bestzeiten zu kommen. Am Ende standen 37:49 min auf der Uhr, aber die Zeit war eigentlich nebensächlich. Wichtig war es für den Kopf, mal wieder einen Wettkampf zu laufen und zu wissen, dass ich nicht bei Null anfange. Jetzt bleiben noch neun Wochen für eine gewissenhafte Vorbereitung auf mein Saisonziel, den San Francisco Halbmarathon am 6. November.

26.08.2011 • 1 Kommentar

Back on Track

Nach über einem halben Jahr Auszeit bin ich seit wenigen Wochen wieder im Training. Ich habe endlich wieder Freude am Ausdauersport und neue Ziele vor Augen.

Warum ich so lange weg war? Ich war zwar nicht verletzt, aber irgendwann Ende Januar, Anfang Februar körperlich und mental so erschöpft, dass es nicht mehr weiterging. Während ich mich sonst nach jeder Einheit schon auf die nächste freute, wurde der Trainingsplan auf einmal zur Bedrohung und die selbst gesteckten Erwartungen zur Belastung. Rückblickend weiß ich, warum ich in dieses tiefe Loch gefallen bin: Ich hatte mir nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2010 keine echte Pause gegönnt und mich durch Ankündigungen wie die in der Runner’s World selbst enorm unter Druck gesetzt. Aber aus Fehlern kann man lernen und inzwischen ist der Spaß zurück!

Am Dienstag fliege ich in die USA, genauer gesagt nach Stanford. Dort werde ich ein halbes Jahr als “Visiting Researcher” verbringen. Ich freue mich auf viele neue Eindrücke, das kalifornische Klima und ideale Trainingsbedingungen.

P.S.: Danke an Andreas vom Brooks-Team und an alle, die in den letzten Monaten auf verschiedensten Wegen gefragt haben, wie es mir geht. In Zukunft werde ich hier wieder regelmäßiger berichten!

07.01.2011 • 6 Kommentare

Test: Polar FT80

Ich hatte in den letzten Wochen Gelegenheit, für Joggen-Online die Polar FT80 zu testen. Hier ist mein Erfahrungsbericht:

Lieferumfang
Die Polar FT80 kommt in einem schicken Karton mit Textil-Brustgurt und dem „Flowlink“, einem USB-Gerät zur drahtlosen Übertragung von Trainingsdaten auf den PC (oder Mac). Außerdem liegt eine gedruckte, recht ausführliche Bedienungsanleitung bei.

Design und Ergonomie
Die FT80 ist optisch eine der ansprechendsten Fitness-Uhren auf dem Markt – das minimalistische Design und das schwarze Display lassen die Uhr hochwertig wirken und machen sie absolut Büro-tauglich. Das Display ist leider zugleich der größte Schwachpunkt: Der Kontrast ist bei weitem nicht so gut wie auf den Produktfotos und die kleine Schrift lässt sich nur sehr schwer ablesen. Ohne Hintergrundbeleuchtung ist kaum etwas zu erkennen, und selbst mit eingeschalteter Beleuchtung muss man schon sehr genau hinsehen. Für eine Sport-Uhr eigentlich ein echtes KO-Kriterium – wer sich für das Gerät interessiert, sollte es sich daher unbedingt vor dem Kauf im Laden ansehen.
Die Uhr besitzt fünf seitliche Tasten, die allerdings recht schwergängig sind und kaum Feedback geben – so muss man sich stets mit einem Blick auf das Display versichern, dass man die Taste erfolgreich gedrückt hat. Da wiegt die schlechte Lesbarkeit des Displays doppelt schwer.
Der Brustgurt („WearLink“) ist bereits von anderen Polar-Uhren bekannt. Er lässt sich stufenlos verstellen und hat einen hervorragenden Tragekomfort. Der Pulssensor sendet die Daten codiert zur Uhr und stellt so sicher, dass man nicht die Herzfrequenz anderer Sportler in der Umgebung angezeigt bekommt. Wer häufiger in der Gruppe läuft (oder bei einem großen Marathon) wird das zu schätzen wissen.
Pluspunkt: Die Batterie der Uhr lässt sich ganz einfach selbst wechseln.

Funktionen
Bei der ersten Verwendung fragt die FT80 u.a. Gewicht, Größe, Geschlecht und Alter ab. Außerdem ermittelt die Uhr mittels eines „Fitness-Tests“ anhand des Ruhepulses den sogenannten „OwnIndex“. Dieser soll in etwa dem VO2-max-Wert entsprechen. Über die Genauigkeit kann ich nur spekulieren (mir erscheint der angezeigte Wert deutlich zu hoch), aber Zweifel sind sicherlich angebracht.
Aus den Daten errechnet die FT80 auf Wunsch ein Trainingsprogramm für die nächste Woche mit Zeit- und Intensitätsvorgaben. Nach einer Trainingseinheit und jeweils am Ende der Woche zeigt die Uhr u.a. an, ob die Trainingsziele erreicht wurden. Das Trainingsprogramm passt sich anschließend entsprechend an.
Natürlich lässt sich die FT80 auch als ganz normale Laufuhr mit Herfrequenz-Messer nutzen. Wie bei Polar zu erwarten, liegen die Stärken aber ganz klar in den Herzfrequenz-basierten Funktionen.
Mithilfe des „Flowlink“ kommen die Trainingsdaten drahtlos auf den Rechner. Sie können dort allerdings nicht ohne weiteres angezeigt werden, sondern müssen erst auf polarpersonaltrainer.com hochgeladen werden. Das mag man aus Datenschutz-Gründen fragwürdig finden, vor allem ist aber lästig, einen wesentlichen Teil der Funktionalität nur über die Website des Herstellers nutzen zu können (einzelne Übungen lassen sich z.B. nur dort anlegen und auf die Uhr übertragen).

Fazit
Die Polar FT80 sieht zwar richtig gut aus, kann als Uhr für (fortgeschrittene) Läufer aber nur bedingt überzeugen. Wem es nicht primär um Kalorienverbrennung und Herzfrequenz geht, der wird vor allem Wert auf leichte Ables- und Bedienbarkeit und einfache Auswertung der Trainingsdaten legen. Gerade in diesen Punkten enttäuscht die FT80 aber.
Wertung: 3 von 5 Sternen

30.12.2010 • 4 Kommentare

Winter-Trails

In den letzten Wochen war es ziemlich ruhig hier im Blog – nach einer anstrengenden Saison brauchte ich eine kleine Auszeit vom Laufen. Inzwischen sind Körper und Geist wieder fit und seit letzter Woche bin ich auch wieder im Training.

Gestern stand ein langer Lauf über verschneite Trails im Dortmunder Süden auf dem Programm. Irgendwie hat mich mein Orientierungssinn etwas im Stich gelassen, und so wurden es rund 35 km und damit viel mehr als geplant. Der Lohn dafür waren tolle Eindrücke:

Laufen mit den Jahreszeiten? Unbezahlbar!

11.11.2010 • 2 Kommentare

Top 20 bei den Trailrun Worldmasters

Eigentlich wollte ich bei den Trailrun Worldmasters ja einfach nur Spaß haben und Trail-Erfahrung sammeln. Doch unterwegs packte mich dann doch der sportliche Ehrgeiz, und am Ende stand dann eine recht ordentliche Platzierung in einem zwar kleinen, aber hervorragend besetzten Feld (u.a. mit Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt, “Strongman” und Brooks-Kollege Knut Höhler, Alexander Lubina und Stefan Paternoster).

Los ging es am Freitag mit dem Prolog über 5 km auf Phönix-West, einer Industriebrache mitten in Dortmund. Pünktlich zum Start fing es an zu regnen und der Boden wurde immer weicher – echtes Cross-Feeling! Die Strecke war wirklich interessant, u.a. ging es auf Stahltreppen einen alten Hochofen hinauf. Doch das sollte nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Wochenende sein…

Am Samstag dann die “Königsetappe” über 36 km im Dortmunder Süden, u.a. zweimal rauf zur Hohensyburg. Die ersten Kilometer gingen noch über befestigte Wege und ich ließ mich dazu verführen, ein Tempo von ziemlich genau 4 min/km anzugehen. Das war natürlich viel zu optimistisch, schließlich lagen der härteste Teil der Strecke und jede Menge Höhenmeter noch vor mir. Etwa bei Kilometer 12 rutschte ich auf einem Abschnitt im Gelände (mit knöcheltiefem Schlamm) aus und stürzte. Ich trug zum Glück nur ein paar Schrammen davon und konnte weiterlaufen, allerdings lief ich danach doch deutlich vorsichtiger, vor allem auf den matschigen Steilpassagen. Dort wurde ich auch für das hohe Anfangstempo bestraft und musste teilweise sogar gehen – wobei das mitunter sogar die effizientere Art der Fortbewegung war. Die letzten 2-3 Kilometer zurück zum Start- und Zielbereich waren ähnlich hart wie die letzten 15 Minuten beim Marathon. Nach 3:01 h kam ich völlig entkräftet und einigermaßen gefrustet ins Ziel.

Trailrun Worldmasters

Während man nach einem solchen Lauf normalerweise erst einmal 1-2 Ruhetage einlegen würde, stand am Sonntag noch die Abschlussetappe an. Beim Aufstehen hatte ich überhaupt keine Lust zu laufen, geschweige denn einen Halbmarathon im Gelände. Irgendwie schleppte ich mich dann zum Startbereich und nachdem die Beine auf den ersten Kilometern noch streikten, lief es auf einmal richtig gut – sicher auch Kopfsache, denn jetzt wollte ich mir das Finishershirt nicht mehr nehmen lassen. Außerdem wurde ich in der Gesamtwertung vor der dritten Etappe auf Platz 22 geführt – da rechnete ich mir natürlich aus, noch 2-3 Plätze gut machen zu können. So kam es dann auch: Mit 1:33 h lief ich die 21,6 km in einer Zeit, die ich nach den Strapazen vom Vortag nicht erwartet hätte. Am Ende reichte es für Platz 19 und eine Gesamtzeit von 4:55 h.

Fazit: Trailrunning mitten im Ruhrgebiet sollte man nicht unterschätzen – im Gegenteil. Die 62 km der Trailrun Worldmasters waren anspruchsvoll, abwechslungsreich und rundum perfekt organisiert, auch dank der unzähligen ehrenamtlichen Streckenposten. Verbessern kann man eigentlich nur den Teilnehmer- und Zuschauerzuspruch – ein solch aufwendiges Event hat mehr Athleten und Fans verdient. Da ist natürlich in erster Linie der Veranstalter gefragt: 150 Euro Startgeld sind angesichts des Aufwands zwar nachvollziehbar, aber zusammen mit Reise- und Übernachtungskosten eine Menge Geld. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, die Veranstaltung auf zwei Tage zu verkürzen – der Prolog am Freitag ist zwar nett, aber nicht unverzichtbar, und die meisten Teilnehmer kostet er einen Urlaubstag und eine zusätzliche Übernachtung.