Am Wochenende gehe ich in Dortmund bei den Trailrun Worldmasters an den Start (Startnr. 132). Die Fakten: 62 Kilometer in 3 Tagen mit mehr als 1.000 Höhenmetern. Vor allem vor der zweiten Etappe am Samstag mit 36 Kilometern in den Ruhrklippen habe ich durchaus Respekt, zumal ich wegen des Essen-Marathons keine Trail-spezifische Vorbereitung absolviere konnte. Aber ich habe in Dortmund auch keine sportlichen Ambitionen – im Vordergrund steht der Spaß am Laufen im Gelände, eine willkommene Abwechslung nach der langen Straßen-Saison!
Freitag
05.11.10
15.00 Uhr
Phoenix-Sprint
ca. 5,0 KM
Samstag
06.11.10
11.00 Uhr
Ruhrklippen-Trail
ca. 36,0 KM
Sonntag
07.11.10
11.00 Uhr
Bittermark-Run
ca. 21,6 KM
Also, vielleicht sieht man sich in Dortmund, ansonsten dürfen gerne morgen ab 15:33 Uhr (meine Startzeit für den Trailsprint über 5 km) die Daumen gedrückt werden.
Besser hätte es kaum laufen können am Sonntag: Traumhafte äußere Bedingungen, eine schnelle Strecke und ein Ergebnis, mit dem ich nach dem frustrierenden September absolut zufrieden bin.
Wie immer war ich den Minuten vor dem Start sichtlich nervös, aber schon nach wenigen Kilometern war die Anspannung dahin und das angepeilte Tempo von 4:10 min/km lief sich leicht und locker. Der Baldeneysee bot mit der aufgehenden Sonne, der morgendlichen Ruhe und leichten Nebelschwaden über dem Wasser eine ganz besondere Atmosphäre. Anders als bei den großen City-Marathons fällt es da leicht, sich auf das Laufen zu konzentrieren und den eigenen Rhythmus zu finden. Wer Zuschauermassen, Rahmenprogramm und Event-Charakter sucht, der ist in Essen falsch. Zur Konzentration auf das Wesentliche allerdings ist der Lauf um den Baldeneysee ideal – kein Wunder, dass gerade ambitionierte Amateure hier regelmäßig ihre persönlichen Bestzeiten aufstellen.
Die Halbmarathonmarke passierte ich nach 1:27:40 h, also fast exakt nach Plan. Kilometer für Kilometer spulte ich jetzt ohne besondere Vorkommnisse ab. Inzwischen hatte sich eine kleine Gruppe gebildet (hier vom RunnersWorld-Fotografen geknipst). Reihum sorgte einer dafür, dass das Tempo hoch blieb, wobei die Gruppe bald auf nur noch zwei Mitstreiter schrumpfte. Ich fühlte mich richtig gut und etwa bei Km 34/35 zog ich das Tempo nochmal etwas an, lief die Kilometerabschnitte jetzt in rund 4 Minuten. Daran führte kein Weg vorbei, um noch unter 2:55 h zu bleiben. Doch bei Km 38/39 waren die Kraftreserven dann aufgebraucht und ich gab das Vorhaben auf. Die letzten drei Kilometer wurden dann doch noch richtig hart, aber ich verlor zum Glück nur wenig Zeit. Nach genau 2:56:00 kam ich ins Ziel – ein unglaubliches Glücksgefühl, es geschafft zu haben und pure Freude über die gute Zeit und die ordentliche Platzierung (45. gesamt, 7. M20).
Beim dritten Marathon hat es jetzt also geklappt mit der “sub 3h”. Am meisten freue ich mich aber über die Entwicklung – nach Hamburg 2009 (3:38:30) und 2010 (3:03:27) hatte ich auch in Essen wieder das Gefühl, läuferisch einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Beim ersten Versuch bin ich noch auf der Ziellinie kollabiert, beim zweiten Versuch lief es immerhin bis Km 35 nach Plan und jetzt hatte ich schon bis Km 39 alles unter Kontrolle. Die Suche nach dem “perfekten” Rennen geht natürlich weiter, aber eine positive Erfahrung wie die von Sonntag ist eine große Motivation für den Weg dorthin.
Und jetzt? Erstmal ein paar Tage Pause, und dann beschäftige ich mich langsam mit der Planung für den Rest des Jahres (wie gesagt, die Trailrun Worldmasters vom 5.-7.11. reizen mich sehr) und vor allem für nächstes Jahr.
Sonntag ist Essen-Marathon, und so wie es aussieht, kann ich jetzt endlich meinen Herbst-Marathon laufen. Nach dem abgesagten Start in Münster ist die Vorfreude riesig: Ich habe richtig Lust auf die 42,195 km rund um den Baldeneysee!
Der September war sportlich gesehen ein ziemlicher Seuchen-Monat für mich: Erst der Infekt vier Tage vor dem Münster-Marathon, dann Rückenprobleme. Die zwangsweise trainingsfreien Tage waren sicher keine optimale Vorbereitung auf Essen, zumal der Trainingsplan natürlich auf Bestform in Münster, also vier Wochen vorher, ausgerichtet war. Ich habe die zusätzliche Zeit vor allem für Regeneration (inkl. ein paar Tagen an der Nordsee) und Crescendo-Einheiten im wettkampfspezifischen Tempo genutzt. Das Gute daran: Meine Beine sind ausgeruht wie selten und das MRT fühlt sich fast schon erschreckend locker an. Der Haken: Ich habe keine Ahnung, wie es mir am Sonntag nach 30 km gehen wird. Meinen ursprünglichen Plan für Münster (2:54 h) werde ich wohl kaum realisieren können, aber Plan B (unter 3 h) sollte machbar sein. Und im schlimmsten Fall bleibt Plan C (Bestzeit, d.h. unter 3:03:27 h).
Und danach? Mal sehen, wie ich mich am Montag fühle. Aber ich habe vom Veranstalter einen Startplatz für die Trailrun Worldmasters in Dortmund (05.-07. November) bekommen. Und die reizen mich schon, zumal ich einen Großteil der Strecke sehr gut kenne.
Aber jetzt erstmal: Volle Konzentration auf Essen!
Keine 48h mehr bis zum Startschuss beim Münster-Marathon – eigentlich sollte ich mit den Gedanken schon längst an der Startlinie sein. Stattdessen weiß ich leider noch nicht einmal, ob ich Sonntag überhaupt starten kann. Seit Anfang der Woche plagt mich eine Sinusitis, die zwar seit gestern wieder abklingt, aber eben auch noch nicht ganz weg ist.
Und so denke ich momentan eher darüber nach, ob die Zeit bis Sonntag um 9.00 Uhr reicht, um wieder fit zu werden. Und wenn ja, ob mein Ziel noch realistisch ist, oder ob es vielleicht vernünftiger wäre, auf das “Heimspiel” zu verzichten und stattdessen in Bremen, Köln oder Essen zu starten.
Dazwischen mischt sich immer wieder der Ärger über die Situation – wochenlang trainiere ich am Limit, völlig ohne Wehwehchen oder gar Verletzungen, und ausgerechnet in der Tapering-Phase eine Woche vor dem Rennen streckt mich eine simple Erkältung nieder. Aber Jammern nützt natürlich nichts, und es gehört zum (Marathon-)Sport dazu, dass man es manchmal eben nicht einmal bis zur Startlinie schafft. Entscheiden werden ich wohl erst morgen Nachmittag und je nachdem, wie ich mich bei ein paar letzten Testkilometern fühle.
Falls Daumen zur Hand sind, dürfen die gerne gedrückt werden…
Nur noch zwei Wochen bis zum Saisonhighlight! In den letzten zehn Wochen habe ich so viel und intensiv trainiert wie nie zuvor. Rund 450 Laufkilometer sind dabei allein im August zusammengekommen. Die sind natürlich nicht ganz spurlos an mir vorüber gegangen. Ich fühle mich körperlich und auch mental ziemlich ausgelaugt. Auf einmal sind schon 8 km im MRT anstrengend und der Kopf beginnt zu zweifeln. Aber Zweifel und Fragezeichen gehören zum Marathon dazu und es wäre wohl eher alarmierend, wenn die Beine jetzt noch frisch wären.
Heute habe ich die letzte lange Einheit hinter mich gebracht: 35 km mit Endbeschleunigung auf 4:00 min/km (Gesamtschnitt 4:44 min/km). Das lief nochmal richtig gut und war somit ein schöner Abschluss einer eigentlich rund um gelungenen Vorbereitung.
Jetzt folgen zwei relativ ruhige Wochen und dann stehe ich am 12. September hoffentlich ausgeruht und fit an der Startlinie!
“We are different, in essence, from other men. If you want to win something, run 100 meters. If you want to experience something, run a marathon.” (Emil Zatopek)