Hendrik Auf'mkolk42,195 km Marathon

NYC-Halbmarathon: A race to remember!

Mein Bericht zum New York City Halbmarathon beginnt zwei Tage vor dem Rennen – und das aus gutem Grund: Am Freitag hatte ich das Glück, an einem Mittagessen mit Haile Gebrselassie im kleinen Kreis von rund 20 Journalisten und Offiziellen in einem der besten Hotels in New York teilnehmen zu dürfen. Haile gab nicht nur Episoden aus seiner großartigen Karriere zum Besten, sondern kam immer wieder auch auf seine Projekte in Äthiopien zu sprechen. Mit seinen Investitionen (z.B. in einen Hotel-Komplex) möchte er den Menschen in seinem Heimatland Jobs und Perspektiven geben. Dank seiner charismatischen, offenherzigen Art zu erzählen wurden die zwei Stunden zu einem beeindruckendem Erlebnis. Auch für ein Erinnerungsfoto war er sich nicht zu schade!

Der Renn-Sonntag begann mit besten Voraussetzungen: 10-15 Grad und Sonne waren für die frühen Morgenstunden vorhergesagt. Die Organisation am Startbereich im Central Park auf Höhe der 95. Straße war hervorragend – kurze Wege, kaum Schlangen, viele gutgelaunte Helfer. Ich startete aus der ersten Reihe direkt hinter dem Elitefeld, neben mir die local Heroes und Läufer aus Brasilien, Polen und vielen weiteren Ländern. Deena Kastor, die amerikanische Marathon-Rekordhalterin, kam kurz vor dem Start zu uns Amateuren, klatschte uns ab und wünschte uns viel Spaß – eine nette Geste! Um 7:30 Ortszeit war es dann so weit: Nach der obligatorischen Nationalhymne ertönte endlich der Startschuss!

Die Strecke führte zunächst anderthalb große Runden durch den Central Park, danach die 7th Avenue entlang Richtung Süden bis zum Times Square, von dort nach Westen bis zum West Side Highway und dann geradeaus nach Süden bis zum Ziel am World Financial Center. Eigentlich also eine ideale Sightseeing-Tour durch den Big Apple. Doch ich war nicht als Tourist gekommen.

Dem welligen, aber leicht abschüssigen Streckenprofil auf den ersten 5 km entsprechend hatte ich mir vorgenommen, die ersten Kilometer zügig anzugehen. Ich kam am Start gut weg und erreichte nach 19:24 Minuten die 5-Kilometer-Marke. Zwischen Km 5 und 10 wartete dann der anspruchsvollste Teil der Strecke, mit mehreren Hügeln im Nordteil des Central Parks, die nicht nur mich etwas aus dem Rhythmus brachten. Ich versuchte, hier nicht zu viele Körner zu lassen und nahm deshalb in Kauf, etwas Zeit zu verlieren. Mit 39:25 nach 10 Kilometern war ich ein paar Sekunden hinter meinem Plan, aber es blieben noch 11 Kilometer, das wieder zu ändern.

Nach 12 Kilometern ging es aus dem Park heraus hinein in die Häuserschluchten in Richtung Times Square. Hier lief es fast wie von selbst, hinzu kam die Gänsehaut-Atmosphäre im Zuschauer-Spalier und immer wieder Anfeuerungsrufe. Nach 15 Kilometern standen 58:50 Minuten auf der Uhr – ich war wieder im Soll und hatte es in der Hand, das Rennen auf den letzten 6 Kilometern mit deutlicher Bestzeit zu finishen.

Die letzten Kilometer führten auf dem West Side Highway am Hudson entlang fast geradeaus ins Ziel. So war das Ziel schon relativ früh in Sichtweite, was natürlich motivierte, die Schlussoffensive ebenso früh zu starten. Schon nach Kilometer 18 erhöhte ich deshalb noch einmal das Tempo, den letzten Kilometer lief ich dann in 3:40 Minuten. Mit ein oder zwei Freudentränen im Auge lief ich nach 1:22:24 ins Ziel. Die Race-Direktorin Mary Wittenberg stand an der Ziellinie, nahm jeden Läufer einzeln und auch mich mit “Go Germany!” in Empfang – auch das eine Geste, die die den überaus positiven Gesamteindruck bestätigte und zu der gutgelaunt-frühlingshaften Stimmung des ganzen Tages passte. Im Zielbereich wurden man von einer ganzen Heerschar weiterer Helfer empfangen, die nicht einfach nur passiv am Straßenrand standen, sondern die Läufer beglückwünschten und sich engagiert kümmerten. Die professionelle Massage im Ziel – ohne Wartezeit – passte da ins Bild eines rund um perfekt organisierten Rennens.

Mit 1:22:24 habe ich meine beiden Ziele erreicht: Eine Zeit unter 1:23 h (und damit ein garantierter Startplatz beim New York Marathon in den nächsten Jahren) und eine Platzierung unter den Top 200 im Feld der insgesamt über 14.000 Starter. Innerhalb eines Jahres habe ich meine Halbmarathon-Bestzeit damit um über 12 Minuten verbessert.

Noch bis Donnerstag genieße ich den Frühlingsanfang hier in New York, danach geht es in die letzten Wochen der Marathon-Vorbereitung. Hamburg kann kommen!

09.11.2009 • 5 Kommentare

Krafttraining für Läufer

Krafttraining für Läufer (Foto: <a href='http://www.flickr.com/photos/somewhatfrank/254221359/'>Somewhat Frank</a> via flickr)

Krafttraining für Läufer (Foto: Somewhat Frank via flickr)

Bis Silvester dauert es zwar noch einige Wochen, aber einen guten Vorsatz habe ich jetzt schon gefasst: In den kommenden Wintertrainingsmonaten, in denen ich den Umfang kontinuierlich von momentan 60 auf rund 80 Kilometer pro Woche steigern möchte, werde ich ein besonderes Augenmerk auf Kräftigungsübungen für Knie, Oberkörper und Rücken legen. Denn mehr Trainingskilometer bedeuten auch gesteigerte Anforderungen an den Stützapparat. Ein kräftiger Oberkörper ermöglicht eine effiziente Körperhaltung beim Laufen, was wiederum Ermüdung und Verletzungen vorbeugt.

Fit zu bleiben lohnt sich, und die langfristigen Vorteile sind zahlreich. Wichtig ist vor allem regelmäßiges Training, denn längere Pausen machen den Erfolg deiner Übungen kaputt. Selbst wenn PartyPoker deutsch eher dein Ding ist als ein paar Stunden im Fitnessstudio, solltest du es mal versuchen – man weiß nie, Training könnte eine Seite von dir herausbringen, von der du nicht einmal wusstest, dass du sie hast.

Folgendes Programm werde ich ab sofort regelmäßig (d.h. mindestens 1 x pro Woche für ca. 30 Minuten) durchführen:

  • “Dogbird”
    Auf einer Matte mit gestrecktem Armen “auf allen Vieren” knien; dann gleichzeitig den linken Arm und das rechte Bein gerade ausstrecken, halten, zurück in die Ausgangsposition und das gleiche mit dem anderen Arm/Bein. 5-10 Wiederholungen pro Seite.
  • “Supermann”
    Ähnlich wie vorherige Übung, aber im bäuchlings im Liegen ausgeführt: Linken Arm und rechtes Bein anheben, halten, zurück; das gleiche mit dem anderen Arm/Bein. 5-10 Wiederholungen pro Seite.
  • Brücke
    Auf dem Rücken liegend die Beine leicht anziehen, Füße aufstellen und das Becken hochdrücken. Die Arme bleiben flach auf dem Boden. Einige Sekunden halten, lösen und wiederholen. 10 Wiederholungen.
  • Umgekehrte Brücke
    Auf dem Bauch liegend die Arme unter dem Kopf anwinkeln und mit Unterarmen und Zehenspitzen abstoßen, halten, lösen und wiederholen. 10 Wiederholungen.
  • Seitliche Brücke
    Auf der linken Seite liegend mit dem linken Ellbogen und dem linken Bein abstützen, so dass ein gedachtes Dreieck entsteht. Halten und den Oberkörper langsam Richtung Boden senken. Zur Variation das gestreckte rechte Bein langsam seitlich abspreizen und zurückführen. 5 Wiederholungen, dann entsprechend auf der anderen Seite.
  • Kerze + Scherenschwung
    Auf dem Rücken liegend die Beine so weit wie möglich gerade nach oben strecken und das Becken mit angewinkelten Armen abstützen, so dass der Boden nur noch mit Oberarmen, Kopf und Schulterbereich berührt wird. Jetzt die gestreckten Beine jeweils entgegengesetzt nach vorne und hinten schwingen.
  • Push-Ups
    Auf dem Rücken liegend die Beine leicht anwinkeln und dann den Oberkörper zu den Knien hochziehen, ohne die Arme zu Hilfe zu nehmen. 10-20 Wiederholungen.
  • Liegestütz
    Der Klassiker, erklärt sich von selbst.
  • Kurzhantel-Drücken
    Auf dem Rücken liegend einen Arm seitlich ausstrecken und anwinkeln, so dass der Oberarm nach oben zeigt. Dann die Kurzhantel nach oben drücken, so dass der Arm gestreckt ist. 10-20 Wiederholungen pro Seite.
  • Beinschwinger
    Im Abstand einer Armlänge an eine Wand stellen und mit dem ausgetreckten linken Arm abstützen, linkes Bein anheben, strecken und weit ausholend nach vorne und hinten schwingen. Entsprechend mit dem rechten Bein. Jeweils 10 Wiederholungen.
  • Knie-Balance
    Vor Weichbodenmatte oder Matratze (ca. 30-40 cm hoch) stellen; dann wie beim Treppensteigen jeweils abwechselnd den rechten oder linken Fuß auf die Matratze stellen, den Körper mit dem Bein nach oben drücken und die Position kurz halten. Dabei sollte das Bein nicht gestreckt werden. 10-20 Wiederholungen pro Seite.
  • Knie-Heber
    Im Sitzen abwechselnd das linke oder rechte Bein langsam anheben, kurz halten und noch etwas langsamer wieder senken. Dabei sollte ein nicht zu schweres Gewicht auf dem Knie liegen. 10-20 Wiederholungen pro Seite.

Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei – über weitere Anregungen freue ich mich natürlich!

Einige der Übungen werden in diesem Video gezeigt:

24.10.2009 • 1 Kommentar

Abseits befestigter Wege

Heute bin ich nach langer Zeit mal wieder eine Trail-Strecke gelaufen: Rund 9,5 km durch die Bittermark, ein ziemlich hügeliges Waldgebiet am südlichen Rand von Dortmund. Gerade im Herbst mit seinen vielen Farben macht es einfach Spaß, im Gelände zu laufen. Und eine tolle Abwechslung zum Trainingsalltag auf Straße und Bahn ist es natürlich auch – das Laufen abseits befestigter Wege ist koordinativ anspruchsvoller; die ständigen Rhythmuswechsel und kurze, aber heftige Steigungen machen es mindestens genauso effektiv wie ein Fahrtspiel.

Hier im Dortmunder Süden finden übrigens Anfang November auch die sogenannten Trailrun Worldmasters statt, eine Querfeldein-Veranstaltung in unterschiedlich langen Etappen (4,5 km, 35 km, 20 km) an drei aufeinanderfolgenden Tagen. Am Start sind u.a. Luminita Zaituc (die morgen in Frankfurt den letzten Marathon ihrer Karriere läuft) und Dieter Baumann. Das einzige, was mich daran stört ist die Startgebühr von 179 Euro – das ist etwa das Dreifache dessen, was man für einen großen City-Marathon zahlt. Da laufe ich lieber weiter ohne Zeitnehmer und Verpflegungsstellen durch den Wald!

Test: New Balance 827

Ende August schickte New Balance mir das Lightweight-Modell NB 827 und nach einigen Einheiten in unterschiedlichem Tempo und Gelände wird es jetzt Zeit für den ausführlichen Testbericht. Der ist natürlich höchst subjektiv – aber gerade die subjektiven Eindrücke kommen in den einschlägigen Laufzeitschriften ja meist nicht vor und sind deshalb vielleicht für den einen oder anderen interessant. Ich verzichte auch bewusst auf eine Testnote.

Der 827 ist als sogenannter Lightweight-Trainer zwischen reinen Wettkampfmodellen und normalen Trainingsschuhen angesiedelt. Dementsprechend sollte er zwar möglichst leicht sein, andererseits aber auch genug Komfort und Dämpfung für den täglichen Einsatz bieten. Diesen Spagat, so viel vorweg, meistert der 827 erstaunlich gut.

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Staffel-Marathon in Münster

muema09 Auch wenn man es meinem Gesichtsausdruck nicht ansieht: Es hat richtig Spaß gemacht, die Staffel beim Münster Marathon zu laufen. Und darum ging es auch in erster Linie! Aber so ganz ohne Ambitionen geht man als Sportler dann ja auch nicht an den Start, und so hatten wir uns im Vorfeld eine Zeit um 2:45 h und einen Platz unter den ersten fünf Staffeln ausgerechnet. Genau so kam es dann auch: Mit 2:44:43 kamen wir als fünfte von rund 800 Staffeln ins Ziel (Ergebnis-Liste).

Ich durfte die Schlussetappe laufen und konnte so vor allem die letzten beiden Kilometer mit dem Zieleinlauf auf dem Prinzipalmarkt genießen. Klasse, wieviele Zuschauer der Münster-Marathon mittlerweile begeistert – und als Läufer natürlich ein tolles Erlebnis, durch dieses Zuschauerspalier (mal bis 1:55 min vorspulen!) ins Ziel “getragen” zu werden.

Als nächstes plane ich einen Wettkampf über 5 km, vielleicht schon am Freitag beim Stadtfestlauf Lüdinghausen!

Hier noch ein paar Fotos vom Münster-Marathon 2009: