Am Sonntag widmeten in über 20 Ländern weltweit rund 2.000 Menschen ihr Training den Menschen in Haiti – und spendeten (mindestens) 1 Euro pro Kilometer. Inzwischen sind fast 40.000 Euro an Spenden eingegangen und es wird Zeit für ein Fazit. Eins vorab: Es geht mir hier nicht um “fishing for compliments”, sondern darum, ein paar persönliche Gedanken zur Aktion festzuhalten.
Als ich vor gut zwei Wochen die Idee zu diesem dezentralen Spendenlauf hatte und die Website run4haiti.de entwarf, hatte ich die Hoffnung, damit die im Netz aktive “Laufszene” zu erreichen und einige Tausend Euro zu sammeln. Dass die Aktion aber eine solche Eigendynamik entwickeln würde, hätte ich nicht erwartet. Ich glaube, der RUN4HAITI hat gezeigt, dass es häufig nur eines kleinen Anstosses bedarf, um einen Stein ins Rollen zu bringen. Es braucht nicht immer große Spenden-Galas mit Promi-”Schaulaufen”, um etwas in Bewegung zu setzen. Die Aktion hat mir zudem bewusst gemacht, welche verbindende, positive Kraft der Laufsport haben kann – und welches Privileg es ist, laufen zu können. Es geht im Leben eben nicht nur um Rekorde oder persönliche Bestzeiten.
Der RUN4HAITI war eine zeitlich begrenzte Aktion und trotz der großartigen Spendenbereitschaft nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Schon in wenigen Wochen wird Haiti aus den Medien wieder verschwunden sein – und damit wohl leider auch aus unseren Köpfen. Aber vielleicht kann aus dieser Aktion ja etwas Dauerhaftes entstehen – Meinungen, Vorschläge und Ideen dahingehend sind mir sehr willkommen!
Die UN sprechen nach dem Erdbeben auf Haiti von der größten Katastrophe, mit der sie es je zu tun hatten. Die Zahl der Toten wird mittlerweile in Hunderttausenden gezählt. Viele haben sicherlich schon gespendet, aber mit dem dezentralen Spendenlauf RUN4HAITI möchte ich erreichen, dass es noch mehr werden.
Am 31.12. fand der traditionelle Silvesterlauf des LSF Münster statt und trotz starken Schneefalls am Vorabend war er wie immer sehr gut besetzt. Über 10 km lief der Sieger eine 31er-Zeit! Ich habe es richtig genossen, mal entspannt am Rand der Strecke zu stehen. Auch wenn man als Zuschauer natürlich noch mehr frieren musste als die Läufer.
Hier ein paar Eindrücke vom Start zum Rennen über 10 km:
Nächste Woche startet dann auch für mich die neue Saison, mit dem Crosslauf in Steinfurt. Mehr als ein Formtest soll es aber nicht werden.
Bücher über’s Laufen gibt es wie Sand am Meer. Meist geht es darin aber um Trainingsmethoden, Marathon-Vorbereitung oder Ernährungs-Tipps. Das alles hat sicherlich seine Berechtigung, ist auf Dauer aber doch eher ermüdend.
Wer gerne einmal ein völlig anderes Buch über das Laufen lesen möchte, dem kann ich “Laufen – Geschichte einer Leidenschaft” allerwärmstens empfehlen. Der Ultraläufer und Zoologie-Professor Bernd Heinrich erzählt auf rund 340 Seiten nicht nur seinen “Lebenslauf”, sondern erklärt vor allem, welche Bedeutung Laufen, Schnelligkeit und Ausdauer in der Natur haben. Und das auf eine wunderbar unterhaltsame Art.
Spätestens seit dem Kinofilm von 2008 ist die Lebensgeschichte von Andreas Niedrig auch vielen bekannt, die sich sonst nicht für Sport interessieren. Am Mittwoch hielt Niedrig einen Vortrag an der Uni Münster, den ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Niedrig berichtete dankenswerterweise nicht lange über seine Drogen-Vergangenheit (die wird ja im Film schon ausführlich dargestellt), sondern legte den Schwerpunkt auf seinen Weg zum Spitzensportler. Er widersprach auch dem Eindruck, dass der Sport für ihn zur Ersatzdroge geworden sei – er habe mehrere Jahre gebraucht, um sich wieder ein bürgerliches Leben aufzubauen, seine Triathlon-Karriere begann erst danach.
Tenor seines Vortrags: Nichts ist unmöglich, wenn man nur selbst daran glaubt. Und: Sport bedeutet nicht nur Sieg oder Niederlage. Seinen Traum, noch einmal als Profi beim Ironman auf Hawaii zu starten, erfüllte sich Niedrig Anfang Oktober (als 41-jähriger und nach mehrjähriger Verletzungspause). Als 881. landete er zwar weit abgeschlagen mitten im Feld der Hobby-Athleten, aber: “Ich habe geschafft, was selbst ich vor 6 Jahren nicht mehr geglaubt habe.”
Das Ausscheidungsrennen für das amerikanische Marathon-Team bei Olympia 1984 war erstklassig besetzt: Auf dem Kurs, der von Buffalo nach Niagara Falls führte, kämpften u.a. Namen wie Alberto Salazar, Bill Rodgers und der damals noch ziemlich unbekannte Pete Pfitzinger um die drei Plätze im Team. Pfitzinger setzte sich kurz nach der Halbmarathon-Marke ab und lief ein einsames Rennen – bis wenige Hundert Meter vor dem Ziel, als Salazar und John Tuttle ihn überholten. Doch Pfitzinger kämpfte sich zurück und gewann in 2:11:43 mit einer Sekunde Vorsprung vor Alberto Salazar.
11. beim LSF-Straßenlauf in 18:01. PB um 33 sek verbessert, aber 17:xx knapp verpasst. Am Ende fehlte Kick, vermutl. wg. Marathonumfängen vor 16 Stunden getwittert