Hendrik Auf'mkolk42,195 km Marathon
30.12.2009 • 1 Kommentar

Lesetipp: Laufen von Bernd Heinrich

Bernd Heinrich - Laufen

Bücher über’s Laufen gibt es wie Sand am Meer. Meist geht es darin aber um Trainingsmethoden, Marathon-Vorbereitung oder Ernährungs-Tipps. Das alles hat sicherlich seine Berechtigung, ist auf Dauer aber doch eher ermüdend.

Wer gerne einmal ein völlig anderes Buch über das Laufen lesen möchte, dem kann ich “Laufen – Geschichte einer Leidenschaft” allerwärmstens empfehlen. Der Ultraläufer und Zoologie-Professor Bernd Heinrich erzählt auf rund 340 Seiten nicht nur seinen “Lebenslauf”, sondern erklärt vor allem, welche Bedeutung Laufen, Schnelligkeit und Ausdauer in der Natur haben. Und das auf eine wunderbar unterhaltsame Art.

04.12.2009 • 1 Kommentar

Vom Junkie zum Ironman

Spätestens seit dem Kinofilm von 2008 ist die Lebensgeschichte von Andreas Niedrig auch vielen bekannt, die sich sonst nicht für Sport interessieren. Am Mittwoch hielt Niedrig einen Vortrag an der Uni Münster, den ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Niedrig berichtete dankenswerterweise nicht lange über seine Drogen-Vergangenheit (die wird ja im Film schon ausführlich dargestellt), sondern legte den Schwerpunkt auf seinen Weg zum Spitzensportler. Er widersprach auch dem Eindruck, dass der Sport für ihn zur Ersatzdroge geworden sei – er habe mehrere Jahre gebraucht, um sich wieder ein bürgerliches Leben aufzubauen, seine Triathlon-Karriere begann erst danach.

Tenor seines Vortrags: Nichts ist unmöglich, wenn man nur selbst daran glaubt. Und: Sport bedeutet nicht nur Sieg oder Niederlage. Seinen Traum, noch einmal als Profi beim Ironman auf Hawaii zu starten, erfüllte sich Niedrig Anfang Oktober (als 41-jähriger und nach mehrjähriger Verletzungspause). Als 881. landete er zwar weit abgeschlagen mitten im Feld der Hobby-Athleten, aber: “Ich habe geschafft, was selbst ich vor 6 Jahren nicht mehr geglaubt habe.”

25.11.2009 • 1 Kommentar

Marathon-Momente #4: Buffalo 1984

Das Ausscheidungsrennen für das amerikanische Marathon-Team bei Olympia 1984 war erstklassig besetzt: Auf dem Kurs, der von Buffalo nach Niagara Falls führte, kämpften u.a. Namen wie Alberto Salazar, Bill Rodgers und der damals noch ziemlich unbekannte Pete Pfitzinger um die drei Plätze im Team. Pfitzinger setzte sich kurz nach der Halbmarathon-Marke ab und lief ein einsames Rennen – bis wenige Hundert Meter vor dem Ziel, als Salazar und John Tuttle ihn überholten. Doch Pfitzinger kämpfte sich zurück und gewann in 2:11:43 mit einer Sekunde Vorsprung vor Alberto Salazar.

15.11.2009 • 3 Kommentare

Wie alles begann…

Das Crosscountry-Team der Sabine High School 2001

Mein erstes Paar Laufschuhe habe ich Mitte 2001 in einer Mall etwa zwei Autostunden von Dallas entfernt gekauft. Hier, im texanischen Niemandsland unweit des ehemaligen Ölbohr-Dorfes Kilgore, weilte ich seit ein paar Tagen als Austauschschüler. Und da mir ziemlich schnell klar wurde, dass mein Talent für Football bestenfalls für die Ersatzbank reichen würde, schloss ich mich dem Cross Country Team meiner High School an. Diese Entscheidung sollte ich nicht bereuen – im Gegenteil: Der Zusammenhalt im Team war super, ich schloss schnell Freundschaften und ganz nebenbei entdeckte ich meine Begeisterung für den Laufsport.

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Unsere Schule verfügte über ein kleines Stadion samt Tartanbahn und einen Leichtathletiktrainer, der vier mal pro Woche mit uns trainierte und uns am Wochenende mit dem gelben Schulbus zu den Wettkämpfen in der Region fuhr. Das waren ziemlich professionelle Bedingungen, aber der Schulsport im Allgemeinen und der Crosslauf im Speziellen hat in den USA einfach einen viel größeren Stellenwert als hierzulande. Bei den Wettkämpfen ging es dementsprechend immer auch um das Prestige der Schule: Wer besonders gut lief, wurde am nächsten Schultag per Lautsprecherdurchsage geehrt.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland hing ich die Laufschuhe erst einmal an den Nagel, auch weil ich es versäumte, mir einen Verein zu suchen. Erst im Studium packte mich der Ehrgeiz, wieder ernsthaft zu trainieren. Im Herbst 2008 schloss ich mich dem LSF Münster an, im April 2009 lief ich meinen ersten Marathon und inzwischen kann ich mir ein Leben ohne regelmäßiges Laufen kaum noch vorstellen.

To be continued…!

10.11.2009 • 2 Kommentare

We are not Joggers

Wer kennt das nicht: Man kommt gerade vom Intervalltraining (oder einer beliebigen anderen Einheit) zurück und wird von einem nichtlaufenden Wesen mit fünf nett gemeinten, aber völlig fehlplatzierten Worten empfangen: “Warst du schon wieder joggen?”

We are not Joggers (Pearl Izumi)

Der Laufschuhhersteller Pearl Izumi hat dieses Läufer-Trauma aufgegriffen und daraus eine ziemlich gelungene Kampagne gemacht: “We are not Joggers” dürfte allen aus der Seele sprechen, die von ihrer Umwelt sprachlich mit Fitness-Schlurfern verwechselt werden, oder – noch schlimmer – gar mit Nordic Walkern (dieser seltsamen Spezies, die meist im Rudel auftaucht und mit Skistöcken bewaffnet die Wege verstopft).*

Arrogant? Und sei’s drum!
*Klar ist es gut, wenn sich möglichst viele Menschen regelmäßig bewegen, aber darum geht es hier nicht.