Seit fast zwei Wochen bin ich jetzt in der Bay Area und immer noch freue ich mich jeden Tag über die traumhafte Umgebung. Die Trainingsbedingungen hier kann man nur als optimal beschreiben: Ideales Klima (trocken und sonnig, aber nicht zu heiß), abwechslungsreiche Strecken (von flachen Trails an der Bay bis zu anspruchsvollen Steilpassagen mit Panoramablick im Landesinneren) und olympiataugliche Sportanlagen auf dem Campus. Mit dem Stanford Running Club habe ich zudem eine tolle Trainingsgruppe gefunden.
Freitag Abend stand dann der Palo Alto Moonlight Run an, mein erster Wettkampf in diesem Jahr und ein guter Formtest nach der langen Auszeit. Die 10 km Strecke führte bei Vollmond durch das Marschland direkt an der Bay entlang. Ich startete ziemlich schnell und musste dann etwas Tempo rausnehmen, auch weil die Strecke im mittleren Abschnitt auf sandigen Wegen verlief und im Dunklen nicht besonders viel Orientierung bot. Aber natürlich fehlt mir momentan auch noch die Tempohärte um in die Nähe meiner Bestzeiten zu kommen. Am Ende standen 37:49 min auf der Uhr, aber die Zeit war eigentlich nebensächlich. Wichtig war es für den Kopf, mal wieder einen Wettkampf zu laufen und zu wissen, dass ich nicht bei Null anfange. Jetzt bleiben noch neun Wochen für eine gewissenhafte Vorbereitung auf mein Saisonziel, den San Francisco Halbmarathon am 6. November.
Nach über einem halben Jahr Auszeit bin ich seit wenigen Wochen wieder im Training. Ich habe endlich wieder Freude am Ausdauersport und neue Ziele vor Augen.
Warum ich so lange weg war? Ich war zwar nicht verletzt, aber irgendwann Ende Januar, Anfang Februar körperlich und mental so erschöpft, dass es nicht mehr weiterging. Während ich mich sonst nach jeder Einheit schon auf die nächste freute, wurde der Trainingsplan auf einmal zur Bedrohung und die selbst gesteckten Erwartungen zur Belastung. Rückblickend weiß ich, warum ich in dieses tiefe Loch gefallen bin: Ich hatte mir nach dem sehr erfolgreichen Jahr 2010 keine echte Pause gegönnt und mich durch Ankündigungen wie die in der Runner’s World selbst enorm unter Druck gesetzt. Aber aus Fehlern kann man lernen und inzwischen ist der Spaß zurück!
Am Dienstag fliege ich in die USA, genauer gesagt nach Stanford. Dort werde ich ein halbes Jahr als “Visiting Researcher” verbringen. Ich freue mich auf viele neue Eindrücke, das kalifornische Klima und ideale Trainingsbedingungen.
P.S.: Danke an Andreas vom Brooks-Team und an alle, die in den letzten Monaten auf verschiedensten Wegen gefragt haben, wie es mir geht. In Zukunft werde ich hier wieder regelmäßiger berichten!
In den letzten Wochen war es ziemlich ruhig hier im Blog – nach einer anstrengenden Saison brauchte ich eine kleine Auszeit vom Laufen. Inzwischen sind Körper und Geist wieder fit und seit letzter Woche bin ich auch wieder im Training.
Gestern stand ein langer Lauf über verschneite Trails im Dortmunder Süden auf dem Programm. Irgendwie hat mich mein Orientierungssinn etwas im Stich gelassen, und so wurden es rund 35 km und damit viel mehr als geplant. Der Lohn dafür waren tolle Eindrücke:
Laufen mit den Jahreszeiten? Unbezahlbar!
Sonntag ist Essen-Marathon, und so wie es aussieht, kann ich jetzt endlich meinen Herbst-Marathon laufen. Nach dem abgesagten Start in Münster ist die Vorfreude riesig: Ich habe richtig Lust auf die 42,195 km rund um den Baldeneysee!
Der September war sportlich gesehen ein ziemlicher Seuchen-Monat für mich: Erst der Infekt vier Tage vor dem Münster-Marathon, dann Rückenprobleme. Die zwangsweise trainingsfreien Tage waren sicher keine optimale Vorbereitung auf Essen, zumal der Trainingsplan natürlich auf Bestform in Münster, also vier Wochen vorher, ausgerichtet war. Ich habe die zusätzliche Zeit vor allem für Regeneration (inkl. ein paar Tagen an der Nordsee) und Crescendo-Einheiten im wettkampfspezifischen Tempo genutzt. Das Gute daran: Meine Beine sind ausgeruht wie selten und das MRT fühlt sich fast schon erschreckend locker an. Der Haken: Ich habe keine Ahnung, wie es mir am Sonntag nach 30 km gehen wird. Meinen ursprünglichen Plan für Münster (2:54 h) werde ich wohl kaum realisieren können, aber Plan B (unter 3 h) sollte machbar sein. Und im schlimmsten Fall bleibt Plan C (Bestzeit, d.h. unter 3:03:27 h).
Und danach? Mal sehen, wie ich mich am Montag fühle. Aber ich habe vom Veranstalter einen Startplatz für die Trailrun Worldmasters in Dortmund (05.-07. November) bekommen. Und die reizen mich schon, zumal ich einen Großteil der Strecke sehr gut kenne.
Aber jetzt erstmal: Volle Konzentration auf Essen!
Keine 48h mehr bis zum Startschuss beim Münster-Marathon – eigentlich sollte ich mit den Gedanken schon längst an der Startlinie sein. Stattdessen weiß ich leider noch nicht einmal, ob ich Sonntag überhaupt starten kann. Seit Anfang der Woche plagt mich eine Sinusitis, die zwar seit gestern wieder abklingt, aber eben auch noch nicht ganz weg ist.
Und so denke ich momentan eher darüber nach, ob die Zeit bis Sonntag um 9.00 Uhr reicht, um wieder fit zu werden. Und wenn ja, ob mein Ziel noch realistisch ist, oder ob es vielleicht vernünftiger wäre, auf das “Heimspiel” zu verzichten und stattdessen in Bremen, Köln oder Essen zu starten.
Dazwischen mischt sich immer wieder der Ärger über die Situation – wochenlang trainiere ich am Limit, völlig ohne Wehwehchen oder gar Verletzungen, und ausgerechnet in der Tapering-Phase eine Woche vor dem Rennen streckt mich eine simple Erkältung nieder. Aber Jammern nützt natürlich nichts, und es gehört zum (Marathon-)Sport dazu, dass man es manchmal eben nicht einmal bis zur Startlinie schafft. Entscheiden werden ich wohl erst morgen Nachmittag und je nachdem, wie ich mich bei ein paar letzten Testkilometern fühle.
Falls Daumen zur Hand sind, dürfen die gerne gedrückt werden…