Drüben im New Balance Blog berichte ich in einer kleinen Artikel-Serie über meine Vorbereitung auf New York. Aktuell geht es um die Trainingsplanung – vielleicht interessiert die ja auch den einen oder anderen von euch:
Im Dezember und Januar lag der Schwerpunkt ganz klar auf Kraft-Ausdauer und Koordination. Viele Einheiten abseits asphaltierter Wege, im hügeligen Gelände und im tiefen Schnee standen deshalb auf dem Plan. Auch wenn ich mir wie die meisten von uns einen milderen Winter gewünscht hätte: Um körperliche und mentale Härte zu trainieren war das Wetter eigentlich ideal. Eine typische Woche im Januar sah so aus:
Mo: 1 h Schwimmen, Gymnastik Di: 11 km zügig (TDL) Mi: Intervalltraining in der Halle (z.B. 5 x 800 m), Lauf-ABC, Dehnen Do: 20 km locker Fr: 30 min Kraft-/Stabilisationsübungen Sa: 10 km locker So: Cross-WK 9 km
Wochenumfang: 60 km
Im Februar liegt der Schwerpunkt auf Umfang. Eine typische Trainingswoche sieht momentan so aus:
Mo: 1 h Schwimmen, Gymnastik Di: 15 km locker Mi: Intervalltraining in der Halle (z.B. 3 x 2 km), Lauf-ABC, Dehnen Do: 15 km locker Fr: 30 min Kraft-/Stabilisationsübungen Sa: 12 km zügig (TDL) So: 25-30 km langsam, letzten 5 km Crescendo
Wochenumfang: 80 km
Aufgelockert wird das ganze durch die Teilnahme an einer Winterlaufserie. Im Zwei-Wochen-Abstand folgen hier Aufbau-Wettkämpfe über 10, 15 km und Halbmarathon. Das ist eine willkommene Abwechslung, trainiert die Tempohärte und ermöglicht eine Standortbestimmung.
Im März werden die langen Einheiten (auch mit Blick auf den Hamburg-Marathon) weiter ausgebaut (auf 30-35 km). Der Tempodauerlauf wird auf 15 km ausgedehnt. Der Wochenenumfang wird dann bei rund 90 km liegen. Das ist vergleichsweise wenig, aber höhere Umfänge sind bei meiner relativ geringen Erfahrung (erst ein Jahr ambitioniertes Training) eher kontraproduktiv.
Ein echtes Tapering werde ich für den NYC-Halbmarathon nicht einlegen. Stattdessen strukturiere ich mein Training in Zyklen, lege also alle 4-5 Wochen eine ruhige Woche mit deutlich weniger Umfang ein. Damit habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Bis New York heißt es jetzt: Kilometer sammeln und verletzungsfrei bleiben!
Gestern Abend kam die Teilnahme-Bestätigung für den New York City Halbmarathon am 21. März! Flug (18.-25. März) und Unterkunft (Kolping House; günstig und super Lage) sind auch schon gebucht, jetzt fehlt nur noch die Bestform. Aber daran werde ich in den nächsten Wochen arbeiten!
Das Wintertraining macht seinem Namen in diesen Wochen wirklich alle Ehre. Nachdem es vor Weihnachten ja schon einmal bitterkalt war, liegt jetzt seit einigen Tagen eine dicke Schneedecke über dem Münsterland. Global Warming sieht jedenfalls anders aus…
An die Kälte habe ich mich inzwischen gewöhnt, und solange es nicht kälter als -10 Grad ist, ist durchaus an Training zu denken. Die Tempo-Einheit bei -12 Grad vor zwei Wochen würde ich dagegen nicht zur Nachahmung empfehlen – irgendwann ist die Luft einfach zu kalt, um schmerzfrei atmen zu können.
Frischer Pulverschnee ist an sich auch kein Problem – glatt und damit gefährlich wird es erst, wenn der Schneematsch überfriert oder von den Autos zu einer Eisschicht komprimiert wird. Und ein Lauf durch 10-15 cm tiefen Neuschnee, so wie heute, ist ein gutes Training für Koordination und Kniehub. Wenn dann noch die Sonne auf die Winterlandschaft scheint, will ich mit keinem Platz der Welt tauschen.
Nach dem Examensstress der letzten Wochen habe ich jetzt Zeit, um entspannt, ein klein wenig stolz und vor allem dankbar auf mein Laufjahr 2009 zurückzublicken.
2009 war das erste Jahr, in dem ich durchgängig und strukturiert trainiert habe, abgesehen von einer Verletzungspause im Januar und der Regenerationsphase nach dem Marathon-Debüt im April. Insgesamt sind so 1.775 Kilometer zusammen gekommen. Verteilt auf 148 Netto-Trainingsstunden ergibt das einen Tempo-Schnitt von genau 5 min/km. 148 Stunden sind umgerechnet nicht mal eine halbe Stunde pro Tag, also eigentlich ein verschwindend geringer Zeitaufwand. Laufen kann jeder, selbst mit noch so vollem Terminkalender.
Jahresbilanz 2009 - 1.775,3 km in 148:02:56 h
Wichtigste Lektion in diesem Jahr: In dem Spruch “Good things come slow, especially in long distance running” steckt sehr viel Wahrheit. Es bringt nichts, Bestzeiten kurzfristig erzwingen zu wollen – das produziert bestenfalls Enttäuschungen, schlimmstenfalls Verletzungen. Stattdessen lohnt es sich, langfristig zu denken und zu trainieren.
Zufrieden bin ich speziell mit der zweiten Jahreshälfte. Fast 1.100 verletzungsfreie Kilometer zeigen, dass ich inzwischen nicht mehr allzu viel verkehrt mache und die Richtung stimmt. Auch die Leistungsentwicklung im letzten Halbjahr lässt hoffen, auch wenn die Luft natürlich mit jeder neuen Bestzeit dünner wird.
Abseits aller läufertypischen Zahlenspiele bin ich aber in erster Linie dankbar dafür, einen Sport ausüben zu können, der mich mental ausfüllt, körperlich herausfordert und trotz oder gerade wegen seiner Einfachheit fasziniert. Es gibt nichts schöneres als einen Waldlauf durch frischen Pulverschnee oder einen langen Lauf in den Sonnenaufgang. Das ist es, was zählt!
Euch wünsche ich – falls denn geplant – schöne Silvesterläufe und ein verletzungsfreies, in jeder Hinsicht erfolgreiches Jahr 2010!
Drei Wochen mit stark reduzierten Umfängen und ebensolcher Motivation liegen jetzt hinter mir. Der Ruhemonat war natürlich nötig und auch so geplant, aber seltsamerweise habe ich ihn eher als Belastung empfunden. Der Körper reagiert mit Wehwehchen und die Ziellosigkeit nervt. Jetzt geht es aber endlich wieder an die Trainings- und Wettkampf-Planung für die neue Saison!
Den Dezember über werde ich es noch recht ruhig angehen lassen und den Schwerpunkt auf Kraft und Athletik legen, mit Kräftigungsübungen und regelmäßigen Schwimm-Einheiten.
Ab Januar geht es dann wieder richtig los. Der Crosslauf in Steinfurt am 8. Januar (evtl. alternativ in Oelde) sollte eine erste Standortbestimmung ermöglichen. Die Winterlaufserie in Hamm werde ich auch 2010 wieder mitnehmen. Die Strecken dort sind zwar ziemlich langweilig, aber die Serie ist eine willkommene Abwechslung in den umfangorientierten Wochen im Januar und Februar und dient der Kontrolle beim Formaufbau.
New York City Halbmarathon (Foto: qivn via flickr)
Mitte bis Ende März werde ich in New York City verbringen. Der Zeitpunkt ist natürlich nicht ganz zufällig gewählt, denn am 21. März findet der NYC-Halbmarathon statt. Die Strecke führt in zwei Runden durch den Central Park und dann am Times Square runter zum Battery Park. Das dürfte also ein echtes Highlight werden.
Meinen Frühlingsmarathon werde ich wohl wieder in Hamburg laufen. Auch wenn mich die wieder mal gestiegene Startgebühr ärgert und der Veranstalter die Marathonmesse an den Hafen verlegt, ist der Marathon an sich wirklich toll. Die Strecke ist flach und abwechslungsreich und der Zuschauerzuspruch mindestens so gut wie in Berlin. Ziel für meinen zweiten Marathon: In Richtung 3:15 h laufen und, anders als 2009, den Zieleinlauf genießen können!
Krafttraining für Läufer (Foto: Somewhat Frank via flickr)
Bis Silvester dauert es zwar noch einige Wochen, aber einen guten Vorsatz habe ich jetzt schon gefasst: In den kommenden Wintertrainingsmonaten, in denen ich den Umfang kontinuierlich von momentan 60 auf rund 80 Kilometer pro Woche steigern möchte, werde ich ein besonderes Augenmerk auf Kräftigungsübungen für Knie, Oberkörper und Rücken legen. Denn mehr Trainingskilometer bedeuten auch gesteigerte Anforderungen an den Stützapparat. Ein kräftiger Oberkörper ermöglicht eine effiziente Körperhaltung beim Laufen, was wiederum Ermüdung und Verletzungen vorbeugt.
Folgendes Programm werde ich ab sofort regelmäßig (d.h. mindestens 1 x pro Woche für ca. 30 Minuten) durchführen:
“Dogbird”
Auf einer Matte mit gestrecktem Armen “auf allen Vieren” knien; dann gleichzeitig den linken Arm und das rechte Bein gerade ausstrecken, halten, zurück in die Ausgangsposition und das gleiche mit dem anderen Arm/Bein. 5-10 Wiederholungen pro Seite.
“Supermann”
Ähnlich wie vorherige Übung, aber im bäuchlings im Liegen ausgeführt: Linken Arm und rechtes Bein anheben, halten, zurück; das gleiche mit dem anderen Arm/Bein. 5-10 Wiederholungen pro Seite.
Brücke
Auf dem Rücken liegend die Beine leicht anziehen, Füße aufstellen und das Becken hochdrücken. Die Arme bleiben flach auf dem Boden. Einige Sekunden halten, lösen und wiederholen. 10 Wiederholungen.
Umgekehrte Brücke
Auf dem Bauch liegend die Arme unter dem Kopf anwinkeln und mit Unterarmen und Zehenspitzen abstoßen, halten, lösen und wiederholen. 10 Wiederholungen.
Seitliche Brücke
Auf der linken Seite liegend mit dem linken Ellbogen und dem linken Bein abstützen, so dass ein gedachtes Dreieck entsteht. Halten und den Oberkörper langsam Richtung Boden senken. Zur Variation das gestreckte rechte Bein langsam seitlich abspreizen und zurückführen. 5 Wiederholungen, dann entsprechend auf der anderen Seite.
Kerze + Scherenschwung
Auf dem Rücken liegend die Beine so weit wie möglich gerade nach oben strecken und das Becken mit angewinkelten Armen abstützen, so dass der Boden nur noch mit Oberarmen, Kopf und Schulterbereich berührt wird. Jetzt die gestreckten Beine jeweils entgegengesetzt nach vorne und hinten schwingen.
Push-Ups
Auf dem Rücken liegend die Beine leicht anwinkeln und dann den Oberkörper zu den Knien hochziehen, ohne die Arme zu Hilfe zu nehmen. 10-20 Wiederholungen.
Liegestütz
Der Klassiker, erklärt sich von selbst.
Kurzhantel-Drücken
Auf dem Rücken liegend einen Arm seitlich ausstrecken und anwinkeln, so dass der Oberarm nach oben zeigt. Dann die Kurzhantel nach oben drücken, so dass der Arm gestreckt ist. 10-20 Wiederholungen pro Seite.
Beinschwinger
Im Abstand einer Armlänge an eine Wand stellen und mit dem ausgetreckten linken Arm abstützen, linkes Bein anheben, strecken und weit ausholend nach vorne und hinten schwingen. Entsprechend mit dem rechten Bein. Jeweils 10 Wiederholungen.
Knie-Balance
Vor Weichbodenmatte oder Matratze (ca. 30-40 cm hoch) stellen; dann wie beim Treppensteigen jeweils abwechselnd den rechten oder linken Fuß auf die Matratze stellen, den Körper mit dem Bein nach oben drücken und die Position kurz halten. Dabei sollte das Bein nicht gestreckt werden. 10-20 Wiederholungen pro Seite.
Knie-Heber
Im Sitzen abwechselnd das linke oder rechte Bein langsam anheben, kurz halten und noch etwas langsamer wieder senken. Dabei sollte ein nicht zu schweres Gewicht auf dem Knie liegen. 10-20 Wiederholungen pro Seite.
Vielleicht ist ja auch etwas für euch dabei – über weitere Anregungen freue ich mich natürlich!
Einige der Übungen werden in diesem Video gezeigt: