Hendrik Auf'mkolk42,195 km Marathon

California Running

Seit fast zwei Wochen bin ich jetzt in der Bay Area und immer noch freue ich mich jeden Tag über die traumhafte Umgebung. Die Trainingsbedingungen hier kann man nur als optimal beschreiben: Ideales Klima (trocken und sonnig, aber nicht zu heiß), abwechslungsreiche Strecken (von flachen Trails an der Bay bis zu anspruchsvollen Steilpassagen mit Panoramablick im Landesinneren) und olympiataugliche Sportanlagen auf dem Campus. Mit dem Stanford Running Club habe ich zudem eine tolle Trainingsgruppe gefunden.

Freitag Abend stand dann der Palo Alto Moonlight Run an, mein erster Wettkampf in diesem Jahr und ein guter Formtest nach der langen Auszeit. Die 10 km Strecke führte bei Vollmond durch das Marschland direkt an der Bay entlang. Ich startete ziemlich schnell und musste dann etwas Tempo rausnehmen, auch weil die Strecke im mittleren Abschnitt auf sandigen Wegen verlief und im Dunklen nicht besonders viel Orientierung bot. Aber natürlich fehlt mir momentan auch noch die Tempohärte um in die Nähe meiner Bestzeiten zu kommen. Am Ende standen 37:49 min auf der Uhr, aber die Zeit war eigentlich nebensächlich. Wichtig war es für den Kopf, mal wieder einen Wettkampf zu laufen und zu wissen, dass ich nicht bei Null anfange. Jetzt bleiben noch neun Wochen für eine gewissenhafte Vorbereitung auf mein Saisonziel, den San Francisco Halbmarathon am 6. November.

11.11.2010 • 2 Kommentare

Top 20 bei den Trailrun Worldmasters

Eigentlich wollte ich bei den Trailrun Worldmasters ja einfach nur Spaß haben und Trail-Erfahrung sammeln. Doch unterwegs packte mich dann doch der sportliche Ehrgeiz, und am Ende stand dann eine recht ordentliche Platzierung in einem zwar kleinen, aber hervorragend besetzten Feld (u.a. mit Berglaufweltmeister Jonathan Wyatt, “Strongman” und Brooks-Kollege Knut Höhler, Alexander Lubina und Stefan Paternoster).

Los ging es am Freitag mit dem Prolog über 5 km auf Phönix-West, einer Industriebrache mitten in Dortmund. Pünktlich zum Start fing es an zu regnen und der Boden wurde immer weicher – echtes Cross-Feeling! Die Strecke war wirklich interessant, u.a. ging es auf Stahltreppen einen alten Hochofen hinauf. Doch das sollte nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Wochenende sein…

Am Samstag dann die “Königsetappe” über 36 km im Dortmunder Süden, u.a. zweimal rauf zur Hohensyburg. Die ersten Kilometer gingen noch über befestigte Wege und ich ließ mich dazu verführen, ein Tempo von ziemlich genau 4 min/km anzugehen. Das war natürlich viel zu optimistisch, schließlich lagen der härteste Teil der Strecke und jede Menge Höhenmeter noch vor mir. Etwa bei Kilometer 12 rutschte ich auf einem Abschnitt im Gelände (mit knöcheltiefem Schlamm) aus und stürzte. Ich trug zum Glück nur ein paar Schrammen davon und konnte weiterlaufen, allerdings lief ich danach doch deutlich vorsichtiger, vor allem auf den matschigen Steilpassagen. Dort wurde ich auch für das hohe Anfangstempo bestraft und musste teilweise sogar gehen – wobei das mitunter sogar die effizientere Art der Fortbewegung war. Die letzten 2-3 Kilometer zurück zum Start- und Zielbereich waren ähnlich hart wie die letzten 15 Minuten beim Marathon. Nach 3:01 h kam ich völlig entkräftet und einigermaßen gefrustet ins Ziel.

Trailrun Worldmasters

Während man nach einem solchen Lauf normalerweise erst einmal 1-2 Ruhetage einlegen würde, stand am Sonntag noch die Abschlussetappe an. Beim Aufstehen hatte ich überhaupt keine Lust zu laufen, geschweige denn einen Halbmarathon im Gelände. Irgendwie schleppte ich mich dann zum Startbereich und nachdem die Beine auf den ersten Kilometern noch streikten, lief es auf einmal richtig gut – sicher auch Kopfsache, denn jetzt wollte ich mir das Finishershirt nicht mehr nehmen lassen. Außerdem wurde ich in der Gesamtwertung vor der dritten Etappe auf Platz 22 geführt – da rechnete ich mir natürlich aus, noch 2-3 Plätze gut machen zu können. So kam es dann auch: Mit 1:33 h lief ich die 21,6 km in einer Zeit, die ich nach den Strapazen vom Vortag nicht erwartet hätte. Am Ende reichte es für Platz 19 und eine Gesamtzeit von 4:55 h.

Fazit: Trailrunning mitten im Ruhrgebiet sollte man nicht unterschätzen – im Gegenteil. Die 62 km der Trailrun Worldmasters waren anspruchsvoll, abwechslungsreich und rundum perfekt organisiert, auch dank der unzähligen ehrenamtlichen Streckenposten. Verbessern kann man eigentlich nur den Teilnehmer- und Zuschauerzuspruch – ein solch aufwendiges Event hat mehr Athleten und Fans verdient. Da ist natürlich in erster Linie der Veranstalter gefragt: 150 Euro Startgeld sind angesichts des Aufwands zwar nachvollziehbar, aber zusammen mit Reise- und Übernachtungskosten eine Menge Geld. Vielleicht wäre es auch sinnvoll, die Veranstaltung auf zwei Tage zu verkürzen – der Prolog am Freitag ist zwar nett, aber nicht unverzichtbar, und die meisten Teilnehmer kostet er einen Urlaubstag und eine zusätzliche Übernachtung.

04.11.2010 • Kommentare deaktiviert

Next Stop: Trailrun Worldmasters

Am Wochenende gehe ich in Dortmund bei den Trailrun Worldmasters an den Start (Startnr. 132). Die Fakten: 62 Kilometer in 3 Tagen mit mehr als 1.000 Höhenmetern. Vor allem vor der zweiten Etappe am Samstag mit 36 Kilometern in den Ruhrklippen habe ich durchaus Respekt, zumal ich wegen des Essen-Marathons keine Trail-spezifische Vorbereitung absolviere konnte. Aber ich habe in Dortmund auch keine sportlichen Ambitionen – im Vordergrund steht der Spaß am Laufen im Gelände, eine willkommene Abwechslung nach der langen Straßen-Saison!

Freitag
05.11.10
15.00 Uhr
Phoenix-Sprint
ca. 5,0 KM
Samstag
06.11.10
11.00 Uhr
Ruhrklippen-Trail
ca. 36,0 KM
Sonntag
07.11.10
11.00 Uhr
Bittermark-Run
ca. 21,6 KM

Also, vielleicht sieht man sich in Dortmund, ansonsten dürfen gerne morgen ab 15:33 Uhr (meine Startzeit für den Trailsprint über 5 km) die Daumen gedrückt werden.

12.10.2010 • 3 Kommentare

Essen-Marathon: Aller guten Dinge sind (sub) 3!

Im Ziel des Essen-Marathons 2010Besser hätte es kaum laufen können am Sonntag: Traumhafte äußere Bedingungen, eine schnelle Strecke und ein Ergebnis, mit dem ich nach dem frustrierenden September absolut zufrieden bin.

Wie immer war ich den Minuten vor dem Start sichtlich nervös, aber schon nach wenigen Kilometern war die Anspannung dahin und das angepeilte Tempo von 4:10 min/km lief sich leicht und locker. Der Baldeneysee bot mit der aufgehenden Sonne, der morgendlichen Ruhe und leichten Nebelschwaden über dem Wasser eine ganz besondere Atmosphäre. Anders als bei den großen City-Marathons fällt es da leicht, sich auf das Laufen zu konzentrieren und den eigenen Rhythmus zu finden. Wer Zuschauermassen, Rahmenprogramm und Event-Charakter sucht, der ist in Essen falsch. Zur Konzentration auf das Wesentliche allerdings ist der Lauf um den Baldeneysee ideal – kein Wunder, dass gerade ambitionierte Amateure hier regelmäßig ihre persönlichen Bestzeiten aufstellen.

Die Halbmarathonmarke passierte ich nach 1:27:40 h, also fast exakt nach Plan. Kilometer für Kilometer spulte ich jetzt ohne besondere Vorkommnisse ab. Inzwischen hatte sich eine kleine Gruppe gebildet (hier vom RunnersWorld-Fotografen geknipst). Reihum sorgte einer dafür, dass das Tempo hoch blieb, wobei die Gruppe bald auf nur noch zwei Mitstreiter schrumpfte. Ich fühlte mich richtig gut und etwa bei Km 34/35 zog ich das Tempo nochmal etwas an, lief die Kilometerabschnitte jetzt in rund 4 Minuten. Daran führte kein Weg vorbei, um noch unter 2:55 h zu bleiben. Doch bei Km 38/39 waren die Kraftreserven dann aufgebraucht und ich gab das Vorhaben auf. Die letzten drei Kilometer wurden dann doch noch richtig hart, aber ich verlor zum Glück nur wenig Zeit. Nach genau 2:56:00 kam ich ins Ziel – ein unglaubliches Glücksgefühl, es geschafft zu haben und pure Freude über die gute Zeit und die ordentliche Platzierung (45. gesamt, 7. M20).

Beim dritten Marathon hat es jetzt also geklappt mit der “sub 3h”. Am meisten freue ich mich aber über die Entwicklung – nach Hamburg 2009 (3:38:30) und 2010 (3:03:27) hatte ich auch in Essen wieder das Gefühl, läuferisch einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Beim ersten Versuch bin ich noch auf der Ziellinie kollabiert, beim zweiten Versuch lief es immerhin bis Km 35 nach Plan und jetzt hatte ich schon bis Km 39 alles unter Kontrolle. Die Suche nach dem “perfekten” Rennen geht natürlich weiter, aber eine positive Erfahrung wie die von Sonntag ist eine große Motivation für den Weg dorthin.

Und jetzt? Erstmal ein paar Tage Pause, und dann beschäftige ich mich langsam mit der Planung für den Rest des Jahres (wie gesagt, die Trailrun Worldmasters vom 5.-7.11. reizen mich sehr) und vor allem für nächstes Jahr.

15.08.2010 • 4 Kommentare

Halbmarathon Marienfeld

Auch einen Tag danach weiß ich noch nicht so ganz, was ich von meiner Leistung beim Halbmarathon in Marienfeld halten soll. Klar, 1:21:49 h, neue Bestzeit und ein dritter Platz in der Gesamtwertung hören sich erst einmal gut an. Andererseits hatte ich mir schon erhofft, näher an die 1:20 heranzukommen.

Schon vor dem Start lief es anders als geplant: Verspätung im ÖPNV, Hektik, schließlich mit dem Taxi von Gütersloh nach Marienfeld. Dort machte kurz vor dem Start die Batterie vom Forerunner schlapp, natürlich ohne Vorwarnung. Zum Glück lieh mir dann Olaf seine Uhr (nochmal vielen Dank!), so dass ich unterwegs zumindest KM-Splits stoppen konnte. Kurz nach dem Startschuss war dann auch klar, dass ich die 21 Kilometer allein durch die menschenleere Feldlandschaft laufen würde: Philipp Kaldewei vom LV Oelde machte vorne zusammen mit einem Kollegen die Pace, gerade noch in Sichtweite dahinter lief ich, danach das große Nichts. So wurde es spätestens nach 10 km (38:05) zu einem sehr einsamen Rennen und es kostete mich einiges an Willen, das Tempo hoch zu halten. Meine Kilometersplits schwankten zwischen 3:40 und 3:58. Kein Wunder, die Strecke war u.a. mit einem 180°-Wendepunkt und einem 2x zu überquerenden Bahnübergang mit Doppelgitter-Schikanen (!) garniert (ansonsten war die Veranstaltung aber vorbildlich organisiert). Nach 400 Trainingskilometern in den letzten 30 Tagen fehlte am Ende dann auch die Kraft für einen echten Schlussspurt.

Alles in allem sollte ich also wohl wirklich zufrieden sein. Schließlich läuft die Vorbereitung für den Münster-Marathon in vier Wochen nahezu perfekt. Und das ist, was zählt!