Seit fast zwei Wochen bin ich jetzt in der Bay Area und immer noch freue ich mich jeden Tag über die traumhafte Umgebung. Die Trainingsbedingungen hier kann man nur als optimal beschreiben: Ideales Klima (trocken und sonnig, aber nicht zu heiß), abwechslungsreiche Strecken (von flachen Trails an der Bay bis zu anspruchsvollen Steilpassagen mit Panoramablick im Landesinneren) und olympiataugliche Sportanlagen auf dem Campus. Mit dem Stanford Running Club habe ich zudem eine tolle Trainingsgruppe gefunden.
Freitag Abend stand dann der Palo Alto Moonlight Run an, mein erster Wettkampf in diesem Jahr und ein guter Formtest nach der langen Auszeit. Die 10 km Strecke führte bei Vollmond durch das Marschland direkt an der Bay entlang. Ich startete ziemlich schnell und musste dann etwas Tempo rausnehmen, auch weil die Strecke im mittleren Abschnitt auf sandigen Wegen verlief und im Dunklen nicht besonders viel Orientierung bot. Aber natürlich fehlt mir momentan auch noch die Tempohärte um in die Nähe meiner Bestzeiten zu kommen. Am Ende standen 37:49 min auf der Uhr, aber die Zeit war eigentlich nebensächlich. Wichtig war es für den Kopf, mal wieder einen Wettkampf zu laufen und zu wissen, dass ich nicht bei Null anfange. Jetzt bleiben noch neun Wochen für eine gewissenhafte Vorbereitung auf mein Saisonziel, den San Francisco Halbmarathon am 6. November.
An manchen Tagen passt einfach alles zusammen und die äußeren Bedingungen (26 Grad, Kopfsteinpflaster, ständiges Überrunden) werden zur Nebensache. Gestern war so ein Tag!
Schon im Training hatte ich mich ja in den letzten 1-2 Wochen richtig gut gefühlt, deshalb habe ich mir natürlich erhofft, trotz der Wärme in die Nähe meiner alten Bestzeit (37:08) aus dem Januar zu kommen. Die Devise hieß also volles Risiko. Mit einer schnellen Anfangsrunde (2 km: 7:06 min) war die Grundlage gelegt; danach konnte ich das Tempo relativ konstant unter 3:45 min/km halten (5 km: 18:15 min), eine Endzeit unter 37 Minuten war also drin. Auf der vierten von fünf Runden musste ich dann zwar doch etwas kämpfen. Aber als bei KM 9 die Uhr 33:20 zeigte, war mir klar, dass es heute reichen würde. Ich legte nochmal alles rein und kam nach 36:55 Minuten ins Ziel auf dem Prinzipalmarkt – neue Bestzeit, erstmals eine 36 vor dem Komma und fast genau 4 Minuten schneller als noch vor einem Jahr an gleicher Stelle! In einem starken Feld reichte das für Platz 13 in der Gesamtwertung.
So ein Rennen ist der Lohn für hartes Training und motiviert natürlich sehr für die anstehende Marathon-Vorbereitung. Das Projekt “Münster 2:59″ liegt voll im Plan!
Wie für viele Hundert andere Läufer aus Westfalen begann auch für mich heute die Straßenlauf-Saison 2010 mit dem ersten Teil der traditionellen Winterlaufserie in Hamm.
Ich fuhr mit eher gedämpften Erwartungen hin – in den letzten Tagen hatte ich deutlich zu wenig Schlaf bekommen (RUN4HAITI geht vor) und auch nicht nach Plan trainiert (Schmerzen am Schienbeinknochen). Vorgenommen hatte ich mir deshalb eine Zeit um 38:00.
Die ersten Kilometer waren dann zwar schnell (3:30, 3:35, 3:38), fühlten sich aber sehr schwerfällig an. Erst ab der 5 km-Marke (18:30) lief es runder und sogar eine 36er-Zeit war plötzlich in Sichtweit. Aber mir fehlte irgendwie der Antrieb, mich so richtig zu quälen. Zwar gab ich auf dem letzten Kilometer dann doch nochmal alles, aber mit 37:08 verpasste ich die 36 vor dem Doppelpunkt. Trotzdem: Mit einer neuen Bestzeit (um fast 30 Sekunden!) hatte ich heute wirklich nicht gerechnet, und bin entsprechend zufrieden!
Jetzt werde ich nochmal ein paar Tage einen Gang runterschalten, um die Schienbein-Probleme endgültig loszuwerden. Und dann fängt auch bald die “heiße Phase” der Vorbereitung auf den NYC-Halbmarathon an!
Gestern ging es für mich nach Ascheberg/Herbern im tiefsten Westfalen zum Westerwinkellauf über 10 km. Die Strecke führte zum größten Teil über Waldwege und war aufgrund des vielen Regens in den vergangenen Tagen ziemlich aufgeweicht. An einigen Stellen hatte das schon fast Cross-Charakter. Zudem gab es einen 180-Wendepunkt – also eigentlich nicht gerade traumhafte Voraussetzungen für eine neue Bestzeit.
Aber die letzten Trainingswochen waren sehr gut gelaufen und die Form zeigte ganz klar nach oben, also warum nicht mal etwas riskieren. Ich ging das Rennen deshalb ziemlich flott an (7:10 min für die ersten 2 km). Kilometer 5 passierte ich nach 18:40 min und damit war klar, dass es eine 37er-Zeit werden würde, wenn ich das Tempo auch nur einigermaßen würde halten können. Auf der zweiten Rennhälfte lief ich mit zwei anderen Läufern in einer Gruppe, in der wir uns mit der Tempoarbeit abwechselten. Nach einem anstrengendem Anstieg bei Kilometer 9 fehlte mir zwar etwas die Kraft für einen richtig schnellen Schlussspurt, aber mit 37:34 min war ich mehr als zufrieden – Bestzeit um fast eine Minute verbessert!
Jetzt bin ich gespannt, was bei den Westfälischen Crossmeisterschaften am 21.11. drin ist!