Statt des medial gehypten Schnee-Chaos stand für mich heute Schnee-Cross auf dem Programm: Der Steinfurter Crosslauf sollte ein erster Formtest werden und wurde angesichts von tiefem Schnee und einigen knackigen Steigungen auch ein gutes Kraft- und Koordinationstraining.
Nach zügigem Start fand ich mich in einer Verfolgergruppe wieder, die sich schnell auseinanderzog. Ich lief lange Zeit an siebter Position, musste an einer der beiden Steilpassagen aber zwei Läufer passieren lassen. Nach knapp 9 durchaus kräftezehrenden Kilometern kam ich als 9. in 34:19 min ins Ziel. Damit bin ich absolut zufrieden!

Steinfurter Crosslauf 10.01.10 - 34:19 min, Platz 9 - Gut zu erkennen, wo die Steigungen waren
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Bei 18 Grad und praller Sonne fanden heute die Westfälischen Crossmeisterschaften in Herdecke statt (letztes Jahr lag noch Schnee!). Die 1,5-km-Runde führte über Wiesen und durch ein anspruchsvolles Waldstück mit einer sehr knackigen Steigung. Eigentlich wunderbare Bedingungen – aber für mich sollte es heute ein “Did Not Finish” werden. Schon nach 500 Metern lief ich wie gegen eine Wand, der Kreislauf wollte einfach nicht auf Touren kommen. Der Split für den ersten Kilometer war zwar okay (3:45 min) und ich lief etwa auf Position 15 des 30-köpfigen Feldes, aber mir war klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Am Ende der ersten von drei Runden gab ich dann auf.
Ich weiß nicht, woran es lag; vielleicht an der ungewohnten Wärme, vielleicht am schlechten Schlaf der letzten Tage, hoffentlich nicht an einem Infekt. Aber ich glaube, auszusteigen war die richtige Entscheidung: Den Unterschied zwischen Anstrengung und Unwohlsein sollte man als Läufer kennen, und, auch wenn es schwerfällt, vor allem danach handeln.
Ein paar Stunden später bin ich dann nochmal 19 lockere Kilometer rund um Herdecke gelaufen, da lief es schon wieder deutlich besser. Wenigstens ein kleiner Trost…

Mein erstes Paar Laufschuhe habe ich Mitte 2001 in einer Mall etwa zwei Autostunden von Dallas entfernt gekauft. Hier, im texanischen Niemandsland unweit des ehemaligen Ölbohr-Dorfes Kilgore, weilte ich seit ein paar Tagen als Austauschschüler. Und da mir ziemlich schnell klar wurde, dass mein Talent für Football bestenfalls für die Ersatzbank reichen würde, schloss ich mich dem Cross Country Team meiner High School an. Diese Entscheidung sollte ich nicht bereuen – im Gegenteil: Der Zusammenhalt im Team war super, ich schloss schnell Freundschaften und ganz nebenbei entdeckte ich meine Begeisterung für den Laufsport.

Unsere Schule verfügte über ein kleines Stadion samt Tartanbahn und einen Leichtathletiktrainer, der vier mal pro Woche mit uns trainierte und uns am Wochenende mit dem gelben Schulbus zu den Wettkämpfen in der Region fuhr. Das waren ziemlich professionelle Bedingungen, aber der Schulsport im Allgemeinen und der Crosslauf im Speziellen hat in den USA einfach einen viel größeren Stellenwert als hierzulande. Bei den Wettkämpfen ging es dementsprechend immer auch um das Prestige der Schule: Wer besonders gut lief, wurde am nächsten Schultag per Lautsprecherdurchsage geehrt.
Nach meiner Rückkehr nach Deutschland hing ich die Laufschuhe erst einmal an den Nagel, auch weil ich es versäumte, mir einen Verein zu suchen. Erst im Studium packte mich der Ehrgeiz, wieder ernsthaft zu trainieren. Im Herbst 2008 schloss ich mich dem LSF Münster an, im April 2009 lief ich meinen ersten Marathon und inzwischen kann ich mir ein Leben ohne regelmäßiges Laufen kaum noch vorstellen.
To be continued…!