Hendrik Auf'mkolk42,195 km Marathon
12.10.2010 • 3 Kommentare

Essen-Marathon: Aller guten Dinge sind (sub) 3!

Im Ziel des Essen-Marathons 2010Besser hätte es kaum laufen können am Sonntag: Traumhafte äußere Bedingungen, eine schnelle Strecke und ein Ergebnis, mit dem ich nach dem frustrierenden September absolut zufrieden bin.

Wie immer war ich den Minuten vor dem Start sichtlich nervös, aber schon nach wenigen Kilometern war die Anspannung dahin und das angepeilte Tempo von 4:10 min/km lief sich leicht und locker. Der Baldeneysee bot mit der aufgehenden Sonne, der morgendlichen Ruhe und leichten Nebelschwaden über dem Wasser eine ganz besondere Atmosphäre. Anders als bei den großen City-Marathons fällt es da leicht, sich auf das Laufen zu konzentrieren und den eigenen Rhythmus zu finden. Wer Zuschauermassen, Rahmenprogramm und Event-Charakter sucht, der ist in Essen falsch. Zur Konzentration auf das Wesentliche allerdings ist der Lauf um den Baldeneysee ideal – kein Wunder, dass gerade ambitionierte Amateure hier regelmäßig ihre persönlichen Bestzeiten aufstellen.

Die Halbmarathonmarke passierte ich nach 1:27:40 h, also fast exakt nach Plan. Kilometer für Kilometer spulte ich jetzt ohne besondere Vorkommnisse ab. Inzwischen hatte sich eine kleine Gruppe gebildet (hier vom RunnersWorld-Fotografen geknipst). Reihum sorgte einer dafür, dass das Tempo hoch blieb, wobei die Gruppe bald auf nur noch zwei Mitstreiter schrumpfte. Ich fühlte mich richtig gut und etwa bei Km 34/35 zog ich das Tempo nochmal etwas an, lief die Kilometerabschnitte jetzt in rund 4 Minuten. Daran führte kein Weg vorbei, um noch unter 2:55 h zu bleiben. Doch bei Km 38/39 waren die Kraftreserven dann aufgebraucht und ich gab das Vorhaben auf. Die letzten drei Kilometer wurden dann doch noch richtig hart, aber ich verlor zum Glück nur wenig Zeit. Nach genau 2:56:00 kam ich ins Ziel – ein unglaubliches Glücksgefühl, es geschafft zu haben und pure Freude über die gute Zeit und die ordentliche Platzierung (45. gesamt, 7. M20).

Beim dritten Marathon hat es jetzt also geklappt mit der “sub 3h”. Am meisten freue ich mich aber über die Entwicklung – nach Hamburg 2009 (3:38:30) und 2010 (3:03:27) hatte ich auch in Essen wieder das Gefühl, läuferisch einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Beim ersten Versuch bin ich noch auf der Ziellinie kollabiert, beim zweiten Versuch lief es immerhin bis Km 35 nach Plan und jetzt hatte ich schon bis Km 39 alles unter Kontrolle. Die Suche nach dem “perfekten” Rennen geht natürlich weiter, aber eine positive Erfahrung wie die von Sonntag ist eine große Motivation für den Weg dorthin.

Und jetzt? Erstmal ein paar Tage Pause, und dann beschäftige ich mich langsam mit der Planung für den Rest des Jahres (wie gesagt, die Trailrun Worldmasters vom 5.-7.11. reizen mich sehr) und vor allem für nächstes Jahr.

06.10.2010 • 3 Kommentare

Essen Marathon: Zurückblicken und vorausschauen

Sonntag ist Essen-Marathon, und so wie es aussieht, kann ich jetzt endlich meinen Herbst-Marathon laufen. Nach dem abgesagten Start in Münster ist die Vorfreude riesig: Ich habe richtig Lust auf die 42,195 km rund um den Baldeneysee!

Der September war sportlich gesehen ein ziemlicher Seuchen-Monat für mich: Erst der Infekt vier Tage vor dem Münster-Marathon, dann Rückenprobleme. Die zwangsweise trainingsfreien Tage waren sicher keine optimale Vorbereitung auf Essen, zumal der Trainingsplan natürlich auf Bestform in Münster, also vier Wochen vorher, ausgerichtet war. Ich habe die zusätzliche Zeit vor allem für Regeneration (inkl. ein paar Tagen an der Nordsee) und Crescendo-Einheiten im wettkampfspezifischen Tempo genutzt. Das Gute daran: Meine Beine sind ausgeruht wie selten und das MRT fühlt sich fast schon erschreckend locker an. Der Haken: Ich habe keine Ahnung, wie es mir am Sonntag nach 30 km gehen wird. Meinen ursprünglichen Plan für Münster (2:54 h) werde ich wohl kaum realisieren können, aber Plan B (unter 3 h) sollte machbar sein. Und im schlimmsten Fall bleibt Plan C (Bestzeit, d.h. unter 3:03:27 h).

Und danach? Mal sehen, wie ich mich am Montag fühle. Aber ich habe vom Veranstalter einen Startplatz für die Trailrun Worldmasters in Dortmund (05.-07. November) bekommen. Und die reizen mich schon, zumal ich einen Großteil der Strecke sehr gut kenne.

Aber jetzt erstmal: Volle Konzentration auf Essen!

11.08.2010 • 4 Kommentare

Weihnachten im August

So fühlte es sich jedenfalls an, als der Postbote heute das Ausrüster-Paket von Brooks brachte. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Andreas Duck und das Brooks-Team!

Perfekt ausgestattet und hochmotiviert geht es jetzt also in die letzten gut vier Wochen bis zum Münster-Marathon. Die letzten zwei Wochen in Südfrankreich liefen optimal und ich konnte fast alle Einheiten wie geplant umsetzen. Das Training im “bergigen” Gelände bei sonnigen Temperaturen (28-34 Grad) war ein guter, weil ungewohnter Trainingsreiz. Vor allem bin ich froh, dass mein Körper die höheren Umfänge ohne Verletzungen toleriert. Marathonvorbereitung ist immer auch ein schmaler Grad zwischen Grenzbelastung und Übertraining. Bis zum 12. September stehen jetzt noch drei kilometerintensive Wochen auf dem Programm, danach heißt es regenerieren, um am “Tag X” die Bestleistung abrufen zu können.

Am kommenden Wochenende starte ich zum Formtest erst einmal über die halbe Distanz. Da ich aus dem vollen Training laufe, werden wohl keine Wunderdinge drin sein; wenn ich die Zeit vom New York Halbmarathon im März (1:22:22) verbessern kann, wäre ich schon zufrieden!

01.07.2010 • 4 Kommentare

Projekt “Münster 2:59″

In den letzten Wochen war es nicht nur hier im Blog ziemlich ruhig, auch im Training stand aktive Regeneration im Vordergrund: Deutlich geringere Umfänge, dafür vermehrt Tempo-Einheiten und (für meine Verhältnisse) viele Radkilometer.

Inzwischen bin ich aber schon wieder mitten in der 12-Wochen-Vorbereitung auf den nächsten Marathon. Ich habe mich dann doch für Münster am 12. September und gegen Frankfurt entschieden – zwar hat Frankfurt die schnellere Strecke, aber Münster ist ein Heimspiel und irgendwie schließt sich damit auch ein Kreis, wenn ich zum Abschluss des Studiums auch den Marathon hier laufe. Nach den 3:03 h in Hamburg ist das Ziel für Münster natürlich klar: Unter 3 Stunden!

Am Sonntag starte ich erst einmal beim Brooks Münster City Run. Wenn die Wetterfrösche recht behalten wird das eine echte Hitzeschlacht. Da die Strecke aber sowieso nicht unbedingt Bestzeit-tauglich ist, geht’s vor allem darum, Spaß zu haben und die Form zu testen. Gefühlt zeigt die Formkurve in den letzten 2-3 Wochen jedenfalls klar noch oben und ich bin wieder richtig hungrig auf die nächsten Herausforderungen.

Apropos Brooks: Der Laufschuhspezialist mit Europa-Zentrale in Münster unterstützt mich in letzter Zeit regelmäßig mit Equipment, dafür sage ich hier gerne mal Danke!

11.04.2010 • 10 Kommentare

It’s taper time!

Nur noch zwei Wochen bis zum Hamburg-Marathon! Seit Januar habe ich über 1.000 Kilometer abgespult, der entscheidende Teil der Vorbereitung liegt damit hinter mir. Jetzt heißt es nur noch locker laufen, Kraft tanken und Gesund bleiben.

Anders als im letzten Jahr lief die Vorbereitung diesmal von Anfang bis Ende nahezu optimal: Ich konnte alle Vorgaben von Trainer und Trainingsplan umsetzen und hatte zu keiner Zeit das Gefühl, überfordert zu sein. Konsequenter denn je habe ich diesmal auch die Schwimm- und Athletik-Einheiten durchgezogen – wie wichtig ein kräftiger Oberkörper und ein stabiler Rumpf für eine gute Laufform sind, ist mir erst dieses Jahr richtig klar geworden. Vielleicht auch deshalb wurde ich von Verletzungen verschont und mit deutlichen Bestzeiten in allen sechs Aufbau-Wettkämpfen belohnt.

Die letzten zwei Wochen waren die wichtigsten und gleichzeitig härtesten: 100 Kilometer pro Woche (davon rund ein Drittel in MRT oder schneller) waren absolutes Neuland für mich. Zum Abschluss habe ich heute noch einmal 36,5 Kilometer in 2:59 h absolviert, das entspricht einem Schnitt von 4:56 min/km – im letzten Jahr wäre ich noch froh gewesen, wenn ich dieses Tempo im Rennen geschafft hätte. Aber die Trainingsbelastung ist natürlich auch nicht ganz spurlos an mir vorbeigegangen und zum ersten mal fühle ich mich jetzt ein wenig müde, außerdem habe ich in den letzten Tagen mit leichtem Heuschnupfen zu kämpfen. Da kommt die Tapering-Phase genau zum richtigen Zeitpunkt.

Meine Ziele für Hamburg? Zunächst mal natürlich besser ankommen als im letzten Jahr, am liebsten mit einem Lächeln im Gesicht. Abgesehen davon: Nach dem Debüt 2009 in 3:38:30 klingt es ziemlich gewagt, und der Gedanke an 42,195 km in 4:15 min/km flößt mir immer noch Respekt ein, aber alle Trainingswerte deuten auf eine Zeit unter 3 Stunden hin.

Jetzt nur nicht nervös werden…