Test: Brooks Green Silence
Der Green Silence von Brooks ist ein Schuh, der auf den ersten Blick neugierig macht. Schon optisch ist der Green Silence ein Hingucker – die auffällige Farbgebung, aber vor allem die Tatsache, dass die roten und gelben Flächen links und rechts jeweils vertauscht sind, heben den Schuh aus der Masse hervor. Das Design ist natürlich Geschmacksache – mir gefällt es sehr gut, manch einem wird es vielleicht etwas zu aggressiv sein.
Wichtiger sind bei einem Laufschuh ohnehin die inneren Werte – mit 196 Gramm ist der Green Silence ein ausgewiesenes Leichtgewicht, bietet dafür aber erstaunlich viel Dämpfung. Erreicht wird das durch eine sehr flexible Zwischensohle aus einem Stück. Diese Konstruktion erinnert wohl nicht ganz zufällig an den Lunar Racer von Nike. Interessant sind auch die asymmetrische Schnürung und die Zunge, die an einer Seite nahtlos in das Seitenstück übergeht.
Das Laufgefühl im Green Silence ist zunächst ziemlich ungewohnt: Die Zehen haben mehr Freiheit und die Fußmuskeln müssen mehr arbeiten. Man läuft fast automatisch auf dem Vorfuß – fast wie beim Barfußlaufen. Der Schuh gibt kaum Stabilität, stattdessen wird der Stützapparat des Körpers gefordert. Das spürt man nach den ersten Läufen mit dem Schuh durch Muskelkater an bisher unbekannten Stellen. Der legt sich zwar nach ein paar Trainingseinheiten, aber ein Schuh für jeden Tag und vor allem für den Long Run ist der Green Silence nicht – als solcher ist er aber auch nicht konzipiert. Stattdessen eignet er sich hervorragend für schnelle Tempoeinheiten auf der Straße. Auf der Bahn ist er mir dagegen etwas zu weich, aber auch das ist natürlich individuell verschieden.
Erwähnenswert ist noch, dass der Green Silence auch aus ökologischer Sicht eine gute Figur macht (daher der Name): Er wird zu 75% aus recyceltem Material hergestellt, die Sohle ist biologisch abbaubar.
Fazit:
Der Green Silence ist ein toller Schuh für schnelle Einheiten und biomechanisch effiziente Läufer. Als Trainingsgerät möchte ich ihn nicht mehr abgeben – für Distanzen jenseits des Halbmarathons bietet er aber zu wenig Unterstützung. Zu bemängeln gibt es eigentlich nur den für meinen Geschmack etwas zu breit geschnittenen Vorfußbereich.









