Hendrik Auf'mkolk42,195 km Marathon
23.08.2009 • Kommentare deaktiviert

LA-WM: Das war der Frauen-Marathon

Ohne die Weltrekordlerin Paula Radcliffe, ohne die Weltjahresbeste Irina Mikitenko und auch ohne die Titelverteidigerin Catherine Ndereba fand heute der Weltmeisterschafts-Marathon der Frauen in Berlin statt. Trotzdem versprach das Rennen Spannung: Wie schlägt sich das dezimierte deutsche Team? Und wer würde am besten mit den hohen Temperaturen zur Mittagszeit zurecht kommen (gestartet wurde mit Rücksicht auf die TV-Quote in Japan erst um 11:15 Uhr)?

Überraschenderweise nicht die Afrikannerinen, sondern Läuferinnen aus Asien. Die erst zwanzigjährige und bis dato ziemlich unbekannte Chinesin Xue Bai setzte sich in 2:25:15 vor Yoshimi Ozaki aus Japan durch. Auf den Plätzen 4 und 5 folgten zwei weitere Chinesinnen. Dire Tune aus Äthiopien, zweite beim Boston Marathon Ende April, kam erst auf Rang 23 ins Ziel.

Sabrina Mockenhaupt beim WM-Marathon 2009 in Berlin (Foto: <a href='http://www.flickr.com/photos/skellner/3848096977/'>no</a> via flickr)

Sabrina Mockenhaupt beim WM-Marathon 2009 in Berlin (Foto: no via flickr)

Beste deutsche Läuferin wurde Sabrina Mockenhaupt als 17. in 2:30:07 h. “Mocki” ging das Rennen zunächst sehr verhalten an, konnte auf der zweiten Hälfte aber Zeit und vor allem Platzierungen gut machen, während viele Konkurrentinnen der Hitze Tribut zollen mussten. “Zwar werden sicherlich einige sagen, dass ich von Anfang an in der Spitzengruppe hätte mitlaufen müssen; was mit dieser Taktik der einen oder anderen Spitzenläuferin passierte, konnte man ja eindrucksvoll sehen”, verteidigte Mockenhaupt ihre defensive Strategie.

Susanne Hahn schien vor allem auf den ersten Kilometern Probleme zu haben, ihren Rhythmus zu finden. In 2:38:39 h lief sie am Ende auf den 34. Platz. Die beiden anderen deutschen Läuferinnen kamen nicht ins Ziel: Luminita Zaituc schied mit Seitenstichen aus; Ulrike Maisch biss sich zwar lange durch, musste dann aber ebenfalls kapitulieren. Sie war ja erst kurzfristig als Ersatz für Irina Mikitenko eingesprungen.

Schwierigkeiten hatte auch Kara Goucher. Die Amerikanerin lief – wie Mockenhaupt – in Berlin erst ihren dritten Marathon, galt aber mit ihren dritten Plätzen in New York 2008 und Boston 2009 durchaus als Medaillen-Kandidatin. Sie hatte jedoch schon früh mit Magenproblemen zu kämpfen, konnte deshalb kaum Flüssigkeit aufnehmen und fiel vor der letzten Runde aus der Spitzengruppe heraus. “Ich habe versucht, weiter positiv zu denken, aber ich wusste dass eine Medaille definitiv nicht drin war”, sagte Goucher nach dem Rennen, das sie als zehnte beendete. Nach der nun geplanten Babypause wird sie wohl erst 2011 wieder auf die Marathon-Bühne zurückkehren.